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Mitgliederversammlung 2016

Die Vorsitzende Brigitte Hennecke begrüßte die anwesenden Frauen.
Im Geschäftsbericht berichtete die Schriftführerin Sibille Niklas über ein gutes Jahr mit vielen Veranstaltungen und Aktivitäten.

Der Kassenbericht von Elvira Wirtz sagte aus, dass die Kosten „so eben gedeckt sind“.
Das sei aber auch nur möglich durch den Kuchenverkauf im letzten Jahr. Nur mit den Mitgliedsbeiträgen allein ist es nicht mehr möglich.
Die Kassenprüferinnen bestätigten eine gut geführte Kasse. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Zu wählen waren in diesem Jahr Vorsitzende und Schriftführerin. Brigitte Hennecke und Sibille Niklas wurden einstimmig wiedergewählt.

Danach wurden die Termine für das Jahr 2016 besprochen.



"Drei merkwürdige Gäste und ein guter Stern"

Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Betlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist.

Als die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall.
Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, wirkte aber hinter ihrer lustigen Maske eigentlich sehr, sehr traurig. Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht
.
Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht: „Ich bin die Lebensfreude“ sagte sie. „Ich komme zu dir weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben. Sie haben keine Freude mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden.“ Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu. „Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen.“

Darauf trat die zweite Gestalt vor. Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab. „Ich bin die Zeit“ sagte sie und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht.
„Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit, sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen. Die Zeit vergeht nicht. Zeit entsteht. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt." Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. „Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer so viel Zeit hast, wie du dir nimmst und anderen schenkst.“

Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe. Sie hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben zugefügt haben musste.
„Ich bin die Liebe“ sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. „Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig.“ Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind. “Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind das Wasser, das den Stein schleift. Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden wieder fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt.“ Und die Tränen verwandelten sich in drei wunderschöne blühende rosa Rosen.

Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels. Drei merkwürdige Gäste, die dem Kind ihre Gaben gebracht hatten. Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte.

Plötzlich drehte sich die Liebe um und sprach zu den Menschen. "Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und seine Liebe verschwendet, wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht die Welt unter einem neuen guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt.“

Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort. Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach.
Auch unser Leben und unsere Zeit stehen seit der Geburt Jesu unter einem neuen guten Stern, der alles Dunkle hell macht und alle Verletzungen heilt. Das ist die große Freude, die allem Volk zuteil wird, auch mir und dir.

 



"Marie und der Weihnachtsmann"

Marie saß am Fenster und schaute dem Flockenwirbel zu. Es war der 22.  Dezember und pünktlich zu Weihnachten hatte sich Schnee eingestellt. Die Flocken wurden immer dichter und bald war alles mit Schnee bedeckt. Plötzlich entdeckte Saskia einen kleinen Vogel, der sich auf dem Ast einer Tanne vor ihrem Fenster immer tiefer in seine Federn kuschelte. Ganz rund war er und schaute mit traurigen Augen in die Welt. Anfangs schüttelte er die Schneeflocken, welche sein Gefieder trafen, noch ab, aber bald sah das Vöglein ganz nass und unglücklich aus. Saskia bemerkte, dass der Schnee auf dem Vogel liegen blieb. Jetzt war er einer Schneekugel zum Verwechseln ähnlich. Sie sprang auf und verließ ihren Fensterplatz.

„Papa, Papa, komm, du musst mir helfen. Da draußen das Vögelchen, es erfriert"!“ „Marie ich habe jetzt keine Zeit für dich. Ich muss den Bericht noch fertig schreiben.", antwortete Maries Vater.
„Aber Papa, der Vogel, er erfriert!, wütend stampfte sie mit dem Fuß auf und zupfte ihren Vater am Ärmel.
„Marie, in einer Stunde habe ich Zeit für dich, dann können wir spielen, aber jetzt geh wieder in dein Zimmer."
Marie überlegte, in einer Stunde, da würde das Vögelchen erfroren sein! Ganz leise schlüpfte sie in ihre warmen Winterstiefel und zog ihren Mantel an. Dann öffnete sie die Haustür und schob sich hindurch.

Kalter Wind blies ihr entgegen und sie musste sich richtig dagegen stemmen um nicht umgeweht zu werden. Die großen Flocken behinderten ihre Sicht, aber als Marie erst einmal um die Hausecke herum war, ließ der Wind nach. Ganz langsam schlich sie an die Tanne heran, und wirklich, da saß noch immer das Vögelchen, fast konnte man es nicht mehr erkennen, vor lauter Schnee. Behutsam streckte Saskia ihre Hand aus, blieb aber mitten in der Bewegung wie erstarrt stecken als hinter ihr eine tiefe drohende Bassstimme sagte: „Hohoho! Was machst du denn hier draußen bei dem Schneegestöber mein Kind?"

Marie drehte sich ganz langsam um und schaute zuerst einmal auf einen dicken Bauch, über den sich ein roter Wintermantel spannte. Schüchtern hob sie ihren Kopf und blickte kurze Zeit später in ein bärtiges Gesicht mit freundlichen, lachenden Augen. Das gab ihr Mut und so antwortete sie: „Ich muss das Vögelchen retten, es erfriert sonst!" „Welches Vögelchen?', fragte die Stimme und die Augen des Mannes vor ihr schauten sie fragend an. „Na das da!", Marie drehte sich um und ihr Arm blieb abermals mitten in der ausholenden Bewegung stecken, „Wo ist es denn hin? Eben saß es doch hier auf dem Ast!" Maries  Augen füllten sich mit Tränen. „Siehst du, weil du gekommen bist, kann ich es nicht retten, jetzt ist es weg und erfriert bestimmt!", flüsterte sie fast unhörbar als sie sich wieder zu dem großen Mann umdrehte.

Dieser ging in die Knie und war jetzt genau so groß wie Marie. Er schaute ihr ins Gesicht und fragte: „Weißt du wer ich bin?" Saskia schüttelte den Kopf und dabei flogen ein paar ihrer Tränen zur Seite. Irgendwie kam ihr der Mann schon bekannt vor, aber, hmmm, sie blinzelte um wieder etwas besser sehen zu können. Der Mann hob seinen Zeigefinger an seinen Mund und sagte ganz leise: Psssst! Ich bin der Weihnachtsmann. Aber das darfst du nicht verraten! Versprichst du es mir?" Marie nickte.

„Ich bin gerade hier vorbei gekommen um zu sehen ob die Kinder in diesem Haus auch alle brav sind und Geschenke verdient haben. Dabei sah ich dich ganz alleine aus dem Haus laufen. Und weil ich gesehen habe wem du helfen wolltest, habe ich das kleine Vöglein einfach ins Weihnachtswunder-land geschickt, denn sein Herz wollte gerade aufhören zu schlagen. Du brauchst dir also keine Sorgen mehr zu machen, geh ins Haus, deine Hände sind ja schon ganz blau gefroren! Und denk dran, morgen ist Weihnachten!" der Weihnachtsmann blinzelte Marie zu und sofort wurde sie wieder fröhlich.
Geschwind lief sie an ihm vorbei und um die Ecke. Als sie aber noch einmal ein paar Meter zurück lief um „Auf Wiedersehen" zu sagen, war niemand mehr im Garten zu sehen.

Am liebsten hätte sie ihrem Papa und ihrer Mama erzählt, dass sie den Weihnachtsmann getroffen hatte, aber sie behielt es für sich. Erwachsene glaubten nicht an den Weihnachtsmann, wie sie vor ein paar Tagen bei einem Gespräch mitbekommen hatte ...
Aber, dass Marie den Weihnachtsmann wirklich getroffen hatte, bewies sich, als sie am Heiligabend ihre Geschenke auspackte. Darunter fand sie eine kleine Flöte aus Holz mit einem kleinen weißen Porzellanvögelchen obendrauf. Es sah genauso aus wie die kleine Vogelschneekugel am Vortag.

Marie stand auf und lief ans Fenster. Sie musste sich auf ihre Zehenspitzen stellen, um die Stelle, an der sie mit dem Weihnachtsmann zusammen gestanden hatte, zu sehen. Ganz leise flüstert sie: „Danke, lieber Weihnachtsmann!"
Dann hob sie die Flöte an ihre Lippen und fing an zu spielen ...

 

 

"Wir singen Adventslieder"

An diesem Abend waren ein paar Frauen der Einladung gefolgt. Mit Dominique Schönauer an der Orgel wurden 40 Minuten all die schönen Adventslieder gesungen.



"Hände"

Schenk mir Hände!

Es ist zwei Tage vor Weihnachten. Manfred schreibt seinen Wunschbrief. Voriges Jahr hat ihm die Mutter noch geholfen. Dieses Jahr kann er es allein.

Er sitzt auf dem Teppich. Die kleine Leselampe steht vor ihm auf dem Boden. Auf der Schreibunterlage liegt der Briefbogen. Manfred hat keine Hausschuhe an keine Socken. Der Füllhalter steckt zwischen der großen Zehe und der zweiten Zehe. Der linke Fuß drückt das Blatt nieder. Manfred schreibt mit dem Fuß. Er hat keine Hände. Seine Arme hören beim Ellbogen auf. Er ist so auf die Welt gekommen. Manfred weiß nicht warum. Niemand weiß warum!

Voriges Jahr war sein Wunschbrief lang. Er hat alles bekommen: die Eisenbahn das Auto den Legokasten die drei Bücher.
Dieses Jahr schreibt Manfred nur einen Wunsch auf: "Schenk mir Hände!" Es gelingt ihm das Blatt mit den Füßen in den Umschlag zu stecken. Auf den Umschlag schreibt er: An das Postamt Christkindl in Österreich. Dann klemmt er den Brief in die Arme und legt ihn auf das Fensterbrett in seinem Zimmer.

Am Abend betet Manfred. Nach dem Gebet bittet er: "Lieber Gott schenk mir Hände!" Am nächsten Tag riecht es gut in der Wohnung. Die Mutter bäckt die Weihnachtsbrötchen. Manfred spielt mit der Eisenbahn. Die Mutter kommt aus der Küche. Sie sagt: "Manfred ich gehe schnell etwas besorgen. Ich komme bald zurück." Manfred nickt. Er ist nicht allein. Sein Vater arbeitet in seinem Zimmer.

Nach einer Weile steht Manfred auf und geht in die Küche. Da steht eine Schüssel mit Bäckerei. Ein Keks ist auf den Tisch gerutscht. Er liegt ganz nahe am Tischrand. Manfred spitzt den Mund und schnappt den Keks auf. Es schmeckt sehr gut. Da sieht er die Gummihandschuhe der Mutter. Sie liegen auf dem Abwaschtisch. Hände! Finger! denkt Manfred. Mit dem linken Arm streift er die Handschuhe auf den Boden dann hockt er sich nieder. Er steckt jeden Armstumpf in einen Handschuh.
Mit den Zähnen zieht er sie hoch. Die Handschuhe sitzen fest. Manfred rennt ins Wohnzimmer und schreit: "Hände! Ich habe Hände!" Er tanzt im Zimmer herum und schreit immer wieder: "Hände! Ich habe Hände!"

Die Mutter ist zurückgekommen. Der Vater kommt aus seinem Zimmer. Da stehen nun die Eltern und schauen auf ihr Kind. Der Vater preßt die Lippen zusammen und geht ins Zimmer. Die Mutter schluckt die Tränen. Auf einmal bleibt Manfred stehen. Er schaut auf die Handschuhe. Er jubelt nicht mehr. Dann schleudert er die Handschuhe weg wirft sich auf die Couch und weint. Die Mutter läuft zu ihm und nimmt ihn in die Arme. Sie sagt: "Wenn du groß bist Manfred bekommst du Hände. Es gibt Menschen die können das." Aber Manfred hört die Mutter nicht.

Später holt er den Brief und wirft ihn in den Abfalleimer.

Am Abend geht Manfred schlafen. Er betet. Aber er sagt nicht mehr: "Schenk mir Hände!" Er weiß er bekommt keine - auch nicht zu Weihnachten.

Elfriede Becker




Am 18. Dezember war abends um 18 Uhr in der Pfarrkirche die Möglichkeit gegeben, zur Ruhe zu kommen und über den eigenen Lebensweg nachzudenken.

 



"Adventliche Klänge"

"Der Spielmannszug Wenden lud am 17. Dezember alle Wendender und Möllmicker Mitbürger zur Öffnung des 17. Adventsfensters ein. Wie bereits im Jahr zuvor fand die Veranstaltung mit den zahlreich erschienenen Gästen im Pfarrheim Wenden statt.
Die Gäste lauschten den weihnachtlichen Klängen des Spielmannszug Wenden. Mit einer Weihnachtsgeschichte vom Nussknacker, wurde das Geheimniss des verdeckten Fensters gelüftet. Der Nussknacker war in diesem Jahr das Thema des Adventsfensters der ebenfalls in einem Gedicht thematisiert wurde. Die Vorträge wurden von zwei Nachwuchsmusikern vorgetragen. Der Spielmannszug spielte sowohl volkstümliche Weihnachtslieder wie Kling Glöckchen , Oh du fröhliche und Alle Jahre wieder als auch amerikanische wie Jingle Bells und Rudolph, the red-nosed Reindeer.
Im Anschluss lud der Spielmannszug Wenden die Zuhörer zu einem gemütlichen Beisammensein mit Weihnachtsgebäck und Glühwein ein.“

"Stern"

Es war einmal ein Fischer, der fuhr jede Nacht aufs Meer hinaus, um seine Netze auszulegen. Früh am Morgen kehrte er zurück, dann waren seine Netze voll mit Fischen. Denn er kannte die Wege, die die großen Fischschwärme nahmen.
Selbst in der tiefsten Nacht fand er seinen Weg. Er sah hinauf zu den Sternen, die über ihm am Himmel standen, und ließ sich von ihnen den Weg zeigen.
Aber einmal kam eine Zeit, da war der Himmel von Wolken verhangen. Dicker Nebel lag über dem Meer, so dass man kaum die Hand vor den Augen sehen konnte. Weder Sonne noch Mond noch Sterne ließen sich blicken. Das war eine schlimme Zeit. Denn der Fischer konnte nicht hinausfahren. Tag für Tag hoffte er, dass sich der Nebel bald verziehen würde.

Aber der Nebel blieb.

"Wenn ich wenigstens einen einzigen Stern sehen könnte", dachte der Fischer, "damit ich übers Meer finde".
Aber kein einziger Stern schaffte es, den dichten Nebel zu durchdringen.
Da fasste der Fischer einen Entschluss. "Ich werde mir einen eigenen Stern machen", dachte er. Er ging in den Schuppen und schnitzte sich aus einem alten Brett einen großen Stern. Den hängte er an eine Stange. Die Stange befestigte er an seinem Boot.
Als der Abend kam, ruderte der Fischer hinaus aufs Meer.
Rings um ihn herum war dichter Nebel. Aber vor ihm leuchtet sein Stern. Er brauchte nur hinter ihm her zu rudern.

Am Morgen bemerkten die anderen Fischer, dass sein Boot nicht an seinem Platz war. Sie warteten auf ihn. Aber er kam nicht zurück. Niemand hat ihn je wieder gesehen.

 



"Weihnachten früher und heute"

Es wurde ein Text aus dem Sauerlandkurier von Albert Stahl, Hünsborn vorgelesen:

Drolshagen. (SK)
Weihnachten trat in schöner Regelmäßigkeit alljährlich wieder an die kleineren Kinder heran, wenn die älteren Geschwister Briefe an das Christkind aufsetzten. Dann zeigte der Kalender gewiss den November.
in diesen Wochen saßen die Kinder früh um den Küchentisch und ermunterten sich gegenseitig, ihre Wünsche zu Papier zu bringen. Sie wurden auf die Fensterbank gelegt und waren meist anderntags verschwunden.
Die Wunschliste wurde angeführt von dem nur für Kenner verständlichen Teilsatz „Einen Teller voll" und endete mit dem ebenfalls etwas vagen Begriff „Anziehsachen". Je nach Alter und Vorliebe tauchten jeweils zwei oder drei besondere Wünsche auf sie: Farbstifte, Malbuch, Puppenstube, Kaufladen, Pferd und Wagen, Bauklötze, Kochherd, Laubsäge und Strickliesel. In guten Zeiten konnte da auch einmal zu lesen sein: Stabilbaukasten oder Eisenbahn.
Manchmal wurde an einem der folgenden Abende der Wunschzettel korrigiert oder vervollständigt, denn die Liste, beschäftigte uns Kinder recht intensiv. Abends vor dem Einschlafen schilderte man dem Bettgenossen oder den Geschwistern im Bett nebenan, wie das Pferdchen oder die Puppen- stube wohl aussehen Konnten. Das Christfest lebte, so hat es den Anschein, von der Vorfreude auf die Bescherung. Es war ja auch die einzige Zeit des Jahres, die so stark auf die Kinder und deren Bedürfnisse ausgerichtet war.
Diese abendlichen „Bettkonkurrenzen" fanden ihren Höhepunkt an Heiligabend. Dann konnte es geschehen, dass Geschwister in ein Bett krochen: zwei oben und zwei zu deren Füßen. Dann wurde erzählt, wie es im Vorjahr gewesen war. Es wurde auch erzählt, dass jemand ernsthaft erklärt habe, es sei nicht das Christkind, das die Geschenke bringe. Uns erschien es eine lächerliche Behauptung, wir stärkten uns gegenseitig im „wahren" Glauben.
Um fünf Uhr hieß es aufstehen. Jedes Kind zog sich eilig seine Strümpfe an, und los ging es! Als wir gemeinsam die Tür zum Wohnzimmer aufstießen, da strahlte schon der Weihnachtsbaum. Majestätisch stand die Tanne an der Tür, behangen mit Lamettastreifen und Silberkugeln, hell erleuchtet ' "von vielen Wachskerzen. Nun fiel unser Blick auf den Gabentisch. „Welche Fülle!“
Elf Teller, hochbeladen mit Spritzgebäck, Spekulatius, Makrönchen, Printen, Feigen, Walnüssen, Bonbons - daneben noch ein dicker Apfel und zwei eingewickelte Apfelsinen. Und es duftete! Der Geruch des Obstes und der Plätzchen vermischte sich mit dem Aroma der Kerzen. Neben dem eigenen Teller lag noch eine Mundharmonika, dort fanden sich auch Farbstifte, und unter all diesen Schätzen lagen die Malbücher.
Nun wurde weiter geforscht: Auf dem Boden erblickten wir andere, größere Gaben, jeder fand zielsicher das für ihn bestimmte Geschenk. Nach kurzer Prüfung mussten die neuen Errungenschaften den Geschwistern gezeigt werden, aber diese hatten keine Zeit, sie waren mit ihren eigenen Schätzen befasst: hier summte der Kreisel, dort brummte ein Teddybär und dazwischen mischten sich frohe Kinderstimmen.
Wollte man Zuhörer, musste man sein Spielzeug treppauf zum Bett der Eltern tragen
und diesen zeigen, was sie schon lange kannten.
So verging eine Stunde im Fluge, und es wurde Zeit, sich für die Christmette anzukleiden. Immerhin brauchten wir eine halbe Stunde, um zu Fuß durch Schnee und Eis bis zur Kirche im Nachbarort zu
gelangen.
An Weihnachten war es Priestern gestattet, drei Messen zu feiern. Unser Pfarrvikar ging zwischen Engelamt und Hirtenamt nicht in die Sakristei. So blieben auch die meisten Gläubigen mit ihm in der Kirche, nur Hausfrauen eilten früher zurück - auf sie wartete noch viel Arbeit an diesem Festtage.
Damals hatte unser Kirchenraum keine Heizung, und zu Beginn der vierziger Jahre waren die Winter sehr kalt. Der Priester am Altar trug Handschuhe mit freien Fingerspitzen. Auf dem Altartisch stand ein kleiner Heizstrahler, die einzige Wärmequelle in der großen Kirche. So hielten wir durchnässt weit mehr als eine Stunde in der Kirche aus.

Sicher folgte diesem Morgen eine längere Zeit mit Husten und Schnupfen. Am Nachmittag des Weihnachtstages gingen wir noch einmal zur Kirche.
Der erste Weihnachtstag wurde früher weit rigoroser als heute nur in der Familie gefeiert. Dieser Tag gehörte noch zur geschlossenen Zeit, die am ersten Adventssonntag begonnen hatte. Während dieser Wochen waren Lustbarkeiten wie Tanzveranstaltungen und Hochzeiten für die Gläubigen undenkbar. So hatten die Geschwister zu Weihnachten Zeit für Karten- oder Brettspiele, Zeit auch, die Teller auf dem Gabentisch zu untersuchen. Manch einer prüfte auch die Leckereien der 'Tischnachbarn, was irgendwann zu Tränen oder Wutausbrüchen führte.
Unweigerlich wurde dann die Warnung ausgegeben: „Warte, das Christkind holt die Geschenke wieder ab!". Das war heikel. Mit dieser Mahnung im Ohr suchten Einzelne abends nach einem Versteck unten im Kleiderschrank für die liebste Weihnachtsgabe. Am besten hielt sich der Gebäckteller des Vaters.
Als ich vor einiger Zeit Jan Steens (1626-1679) Bild vom Nikolausabend betrachtete und den weinenden Jungen sah, der als Geschenk nur eine Rute in seinem Schuh stecken hatte, fiel mir mein älterer Bruder ein. Auf seinem Gabenteller lag an einem Weihnachtstag statt des Gebäcks ein Birkenreis. Herzerweichend weinte der Große, so dass Mutter schnell die Rute wegnahm. Darunter lag nämlich der Schlüssel von einem Vorhängeschloss. Bald sah er eine kleine Holzkiste, zu der dieser Schlüssel passte. Darin fand er die vermissten Schätze. Die Kiste selbst war sein gewünschtes Geschenk. Damit bekam er einen Platz für seine Eigentümchen, die bisher wohl öfter von den nachwachsenden Brüdern arg strapaziert worden waren.
An einem Weihnachtsmorgen lockte der Duft des Gebäcks unseren Schäferhund ins Wohnzimmer, als wir zur Christmette waren. Nachher stand der Weihnachtsteller meiner Schwester fein säuberlich und heil auf dem Fußboden. Nicht ein Plätzchen hatte der Hund übrig gelassen, sogar die Nüsse hatte er geknackt. nur die Bonbons lagen zerstreut zwischen den Nussschalen herum.
Am zweiten Weihnachtsfeiertage liefen die Kinder zu ihren Spielgefährten in der Nachbarschaft, um deren Geschenke zu beschauen. In einem Hause staunten wir über die Fülle der Gaben, bald aber merkten wir, dass ein Teil der Geschenke schon im Vorjahr unter dem Baum gelegen hatte, Andere Neuerwerbungen hatten wir schon in der Kirche gesehen und befühlt. Denn zu Weihnachten gab es Kleidungsstücke, die vielleicht schon im November nötig- wesen wären. Viele Frauen bekamen zum Fest einen dicken Pelz von einem Fuchs, den der Nachbar, ein Jagdaufseher, mit Tellereisen in der Umgebung des Dorfes gefangen hatte. Auch meine Stiefel, die mir sehr zustatten kamen, weil ich im letzten Kriegsjahr und später stundenlang zu Fuß auf verschneiten Wegen zur Schule zu gehen hatte, brachte das Christkind, obwohl ich sie im Herbst schon gut hätte brauchen können. Damals gehörte auch das Wort „Kriegsweihnacht" zum Sprachgebrauch.
Man wollte deutlich machen, dass es eigentlich ein Widerspruch ist „….und Friede auf Erden" als Botschaft des Engels in Bethlehem und als Botschaft des Festes herauszustellen, und dann das Elend des Krieges durchstehen zu müssen. So bangten auch wir an einem Weihnachtstag um den 18-jährigen Bruder auf dem Weg an die Front in der Ukraine. So sorgten wir uns um den 20-Jährigen am zweiten Kriegweihnachtstag, von dem wir schon seit Wochen ohne Nachricht waren. Für anderen Bruder, lag auch ein Stellungsbefehl vor. Niemanden war nach „Oh, du fröhlich“ zu Mute.
Andere Familien waren stärker betroffen, einige hatten sogar zwei oder drei Männer verloren. Vor dem Hintergrund der Not und Sorge verblassten die kärglichen Geschenke an Weihnachten, sie
waren zweitrangig. Dennoch suchten die Eltern ihren Kindern die eine oder andere Freude zu machen, aber der Gabenteller war nicht mehr hoch gefüllt. Die Zutaten für das Backwerk waren von geringerer Qualität: das Mehl braun, der Zucker braun und feucht, das Fett fiel fast ganz aus, statt Eigelb rührte man gelbe Farbe in den Teig, statt des Backpulvers für den Kuchen nahm man Hirschhornsalz, Kakao und Schokolade waren nicht lieferbar.
Trotz aller Ernüchterung für die betroffene Generation durch die Kriegswirren, durch die vielfältigen Leiden der Erniedrigten und Verfolgten blieb im Innern der Menschen eine Sehnsucht nach der heilen Welt, dem verlorenen Paradies was jedes Jahr am Weihnachtsfest die Sinne und das Herz öffnet für die Botschaft von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes.
Albert Stahl
Hünsborn




"Unterwegs nach Bethlehem"

Erster Textvortrag (Luisa/Sophia/Paula):
Unterwegs nach Bethlehem
Maria und Josef wohnen in Nazareth. Josef ist ein fleißiger Zimmermann; den ganzen Tag hämmert und hobelt er in seiner Werkstatt. Für Maria hat er eine schöne Wiege gebaut. Mit blauen Anemonen ist sie bemalt. Maria soll bald ein Kind bekommen. Josef und Maria wissen, dass es ein Junge wird.
Heute hobelt Josef gerade an einem Balken. Plötzlich hört er in der Ferne Pferdegetrappel. Immer näher kommt es und verstummt auf dem nahen Marktplatz. Es ist ein Bote des Kaisers aus Rom. Er verkündet: „Hört ihr Leute aus Nazareth! Der Kaiser aus Rom hat befohlen: Alle Menschen in seinem Reich sollen gezählt werden. Dazu muss jeder Mann mit seiner Familie in den Ort ziehen, wo er geboren ist!“ Dann reitet der Bote wieder fort.

Maria: „Ach Josef, dann müssen wir ja bis nach Bethlehem, dort bist du doch geboren. Der Weg ist so weit und ich bekomme
bald das Kind!“
Josef: „Gott wird uns schon helfen. Und du kannst auf dem Esel reiten!“

Am nächsten Tag holt Josef den Esel aus dem Stall und packt Nahrungsmittel, Wasserschläuche und warme Decken in die Satteltaschen. Zum Schluss hilft er Maria auf den Rücken des Esels; langsam ziehen sie los.

M: „Wie gut, dass wir einen Esel haben. Ich weiß nicht, wie ich den Weg sonst schaffen sollte. Ach Josef, wo wird das Kind wohl zur Welt kommen?“
J: „Ich weiß es nicht Maria. Ich weiß nur, dass wir gehen müssen, weil es der Kaiser befiehlt. Was ist das für eine Welt, in der Menschen einfach auf die Reise geschickt werden, egal was das für sie bedeutet.“

Auf den Straßen sind viele Menschen unterwegs – alle müssen sich zu dem Geburtsort des Familienoberhaupts begeben. Auf ihrer Reise nach Bethlehem kehren Maria und Josef in einem Gasthaus ein. Sie bestellen beim Wirt einen Krug Wasser und ein Fladenbrot. Am Nachbartisch unterhält sich eine Gruppe Reisender. Sie beklagen sich über die Strapazen, die ihnen vom Kaiser auferlegt wurden. Und das nur, um die Steuereinnahmen, die vom Volk zu leisten sind, zu prüfen und zu erhöhen. Einer aus der Gruppe sagt: „Es wird Zeit, dass der Messias kommt, den Gott uns versprochen hat, damit wir von den Römern befreit werden und unsere Kinder wieder eine Zukunft haben!“

M: „Der Engel hat mir gesagt, unser Kind soll dieser Messias werden. Hör nur wie viele Menschen auf ihn hoffen, wie viele auf ihn warten.“
J: „Hoffentlich haben die Menschen noch Geduld. Es wird dauern, bis er etwas erreichen kann. Er muss doch erst großwerden.“
M: „Vielleicht geben die Menschen ihre Hoffnung an die Kinder weiter. Dann wir Jesus eine Hilfe haben bei den schweren Aufgaben, die ihn erwarten.“

An einem Tag kommen Maria und Josef an einen Brunnen, an dem auch andere Reisende rasten. Maria setzt sich etwas abseits. Josef schöpft frisches Wasser aus dem Brunnen und setzt sich zu seiner Frau. Sie hören den anderen Reisenden zu, die verbittert sind und gar keine Besserung der Umstände mehr erwarten. Sie wollen nur ihre Ruhe haben und über die Runden kommen. Einer sagt: „Das Gott etwas Großes vollbracht hat, sind doch nur Geschichten unserer Großeltern. Ich lasse ihn einen guten Mann sein und damit fertig. Es macht nur Probleme groß darüber nachzudenken.“

J: „Oh je, siehst du - es gibt auch die Menschen die gar nichts mehr erwarten, die an nichts mehr glauben wollen!“
M: „Hoffentlich wird Jesus es nicht zu schwer mit ihnen haben. Aber bestimmt kann er sie überzeugen, dass Gott etwas in unserer Welt verändern will. Wir müssen für ihn beten, dass die Menschen ihn verstehen.“

Gegen Ende ihrer Reise begegnen Maria und Josef einem Hirten der mit seiner Herde eine neue Weide sucht. Josef wendet sich ihm zu, um ihm etwas zu sagen. Der Hirte nickt und Josef nimmt den Esel an den Zügeln und zieht in hinter der Herde auf die Weide. Der Hirte nimmt einen einfachen Napf, melkt ein Schaf und gibt das Gefäß Josef, der es an Maria weiterreicht. Maria sagt: „Gotte segne euch beide! Dich, Josef, für deine Fürsorge und dich für deine Güte! Ich werde für euch beten!“ Der Hirte berichtet, dass Bethlehem voller Menschen ist, die von überall hergekommen sind um sich zählen zu lassen oder noch weiter zu reisen. Die Herbergen sind alle überfüllt, es ist kein Platz mehr zu finden. Er erzählt ihnen von den Stallungen hinter dem Ort, in denen sie notfalls unterkommen können.

M: Kann es denn wirklich Gottes Wille sein, dass mein Kind in einem Stall das Licht der Welt erblicken soll?
J: Wir vertrauen weiter auf Gott. Vielleicht soll gerade dies ein Zeichen sein: dass der Messias ein Mensch aus dem einfachen Volk, geboren in einfachsten Verhältnissen sein wird.

Elf Tage nachdem sie aufgebrochen sind, erreichen Maria und Josef Bethlehem. Die Stadt ist wirklich so überfüllt mit Menschen, wie der Hirte ihnen berichtet hat. Es gibt keinen Platz mehr in den Herbergen und die Niederkunft Marias steht unmittelbar bevor. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, eine Unterkunft in einem Haus zu finden, ziehen Maria und Josef weiter zu den Ställen außerhalb der Stadt….


Lied: „Stern über Bethlehem“

Zweiter Textvortrag (NELE/Luy/Jule/Lara)
„UNTERWEGS“

Wir hörten soeben einen Auszug aus der Weihnachtsgeschichte.
Darin wird beschrieben, welchen beschwerlichen Weg Josef und Maria auf sich nehmen mussten, um dem Befehl des Kaisers Augustus zu folgen. Der Großteil der ca. 150 km von Nazareth nach Bethlehem wurde zu Fuß zurückgelegt. Denn auch wenn die beiden einen Esel mit sich führten, so war das Reiten für die hochschwangere Maria bestimmt kein Vergnügen. Eine Strapaze, die wir uns heute kaum vorstellen können. Und trotzdem verzagen Josef und Maria nicht – sie vertrauen auf Gott.

Die Wanderung von Nazareth nach Bethlehem ist nur eine von vielen Geschichten im Neuen Testament, die das „Unterwegssein“ behandeln.
• zu Beginn ihrer Schwangerschaft begab sich Maria zu Ihrer ebenfalls schwangeren Verwandten Elisabeth, der Mutter von Johannes dem Täufer;
• die Weisen aus dem Morgenland folgten einem Stern bis nach Bethlehem;
• Maria und Josef begeben sich mit dem Neugeborenen Jesus auf die Flucht nach Ägypten;
• nach dem Tod des grausamen Königs Herodes reist die heilige Familien wieder zurück in ihr Heimatland Israel;
• später ist Jesus Christus mit seinen Jüngern ständig auf Wanderschaft um seine Botschaft zu verbreiten;
• zwei Jünger begegnen dem Auferstandenen auf der Wanderung nach Emmaus
• und später ziehen die Apostel in die ganze Welt, um die Lehren von Jesus Christus zu verkünden und die Menschen dem christlichen Glauben zuzuführen.

Und auch, wenn es sich hierbei um zum Teil „kurze“ Strecken handelt, von denen die Rede ist, so darf man nicht vergessen, dass den Menschen in jener Zeit nicht unsere komfortablen Transportmittel zur Verfügung standen.
Viele dieser Geschichten des Unterwegsseins sind „Hoffnungsgeschichten“. Sie handeln von der Hoffnung, am Ende der Reise eine bessere Welt, Frieden und Sicherheit zu finden.
Heute wie damals sind viele Menschen unterwegs – so auch zur Weihnachtszeit. Die einen sind arbeitsbedingt weit weg von zu Hause und freuen sich darauf, mit ihren Angehörigen das Fest zu verbringen, andere möchten dem Weihnachtsstress entfliehen und reisen in den Süden, wieder andere möchten ein intensives Weihnachtsfest an historischen Stätten z. B. in Israel begehen.

Doch gerade in diesem Jahr sind auch unzählige Menschen aus einem anderen Grund unterwegs. Sie sind auf der Flucht! Unterwegs aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea oder Somalia flüchten sie mit der Hoffnung auf ein Leben und Überleben ohne Krieg oder Bürgerkrieg. Sie flüchten vor radikalen Glaubenskämpfern, vor Diktatoren, vor unwürdigen Lebensumständen - hierher in unsere westliche Welt.
Die Bilder der immens vielen Menschen, die eine Bleibe in unserem Land suchen, führen natürlich auch bei uns zu Unsicherheit und Angst. Können wir so vielen Asylsuchenden die nötige Hilfe leisten ohne selbst auf der Strecke zu bleiben? Wird unsere Hilfsbereitschaft missbraucht, um Angst und Schrecken zu verbreiten wie es in Frankreich geschehen ist?
Die Aufgaben, die vor uns liegen, werden nicht einfach zu lösen sein. Aber bei allen Ängsten vor den Fremden und dem Fremdartigen, dürfen wir unsere christlichen Werte wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft oder Anteilnahme nicht vergessen und sollten den Zuwanderern die Chance zur Integration bieten.

Lied: „Menschen unterwegs, durch die dunkle Nacht“, Strophe 2+3

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, …
… wird erfahren, dass es viele kleine Schritte sind, die einen dem Ziel näher bringen.

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, …
… wird entdecken, dass zum Geheimnis der Wüste Durststrecken und Oasen gehören.

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, …
… wird erkennen, dass wir die Sterne nur am nächtlichen Himmel sehen können.

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, …
… wird merken, dass Gott auch heute bei uns Menschen Herberge sucht und Heimat.

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, …
… wird erkennen, dass dieser Ort ganz in der Nähe, aber der Weg dorthin oft so
unendlich weit ist.

 



"Der kleine Tannenbaum"

Ein kleiner Tannenbaum stand einsam auf einer tief verschneiten Waldschonung. Geschäftiges Treiben war den ganzen Tag um ihn herum gewesen, denn der Heilige Abend nahte und die Menschen kamen, um sich einen Christbaum für das große Fest auszusuchen.

Nun herrschte wieder tiefe Stille auf der Lichtung.
Er war der einzige übrig gebliebene Baum. Alle seine Kameraden würden bald in den warmen Wohnzimmern stehen, aufs wunderbarste herausgeputzt. Viele bunte Kugeln und noch mehr Lichter zierten dann ihre grünen Zweige. Und unter ihren Ästen würden viele kunstvoll verpackte Geschenke liegen. Sogar ein Tannenbaumlied sangen die Menschen ihnen zu Ehren. Dies alles wusste er von seinen älteren Kameraden. Der kleine Baum seufzte tief.

„Sicherlich hätte man mich auch mitgenommen, wenn ich nicht von so kleinem Wuchs wäre. Nun stehe ich hier ganz allein. Alle meine Tannenfreunde sind fort.“
Das hörte ein zufällig vorbei fliegender Engel. Er hatte den Auftrag, die Wunschzettel der Kinder einzusammeln.
„Warum bist du so traurig? Es ist doch bald Weihnachten, das Fest der Freude.“
„Für mich nicht.“
Der Engel überlegte hin und her, die kleine Tanne tat ihm von Herzen leid.
„Sei nicht bekümmert, ich bin in Eile und muss weiterfliegen, doch ich habe eine Idee, glaube mir, alles wird gut.“

Der kleine Engel erzählte seinen Freunden vom kleinen Tannenbaum. Sie beschlossen, ihn am Heiligen Abend zu besuchen.
Gesagt, getan. Am Heiligen Abend flogen die Engel gemeinsam durch dichtes Schneegestöber in die Welt hinaus, um den vielen Kindern eine Freude zu machen. Viele Kinder schauten schon sehnsüchtig zum Himmel, und so manches meinte, von weitem ein Glöckchen klingeln oder einen hellen Punkt am Himmel sehen zu können.

Als die Engel alle Kinder besucht hatten und es schon spät geworden war, machten sie sich auf den Weg zum kleinen Tannenbaum. Die vielen Engel waren voller Freude, denn sie hatten so viele Kinder glücklich gemacht. Gemeinsam mit dem kleinen Tannenbaum wollten sie den Heiligen Abend verbringen.
Das Bäumchen staunte nicht schlecht als es sah, wer da plötzlich neben ihm stand.
„Mir ist zu Ohren gekommen, dass du gerne mal ein echter Christbaum sein möchtest“
„Oh, ja. Davon träume ich schon lange.“
„Dann lass dich mal überraschen.“

Die Engel fingen an, den kleinen Baum zu schmücken. Glitzernde Kugeln und Glöckchen hingen jetzt an seinen Zweigen, silberne Zapfen und glitzerndes Lametta. Silberne Vögelchen mit langen, seidigen Schwanzfedern saßen in seinem Geäst. Und der kleine Weihnachtsbaum leuchtete wunderschön.
„Jetzt bist du der prächtigste Weihnachtsbaum weit und breit!“
Die Engel und der kleine Baum genossen es, den Heiligen Abend gemeinsam zu verbringen. Und ihr lautes Lachen, ihr Singen und der schein der vielen Kerzen lockte die Waldbewohner an.
Neugierig näherte sich kurz darauf eine hungrige, kunterbunte Tierschar. Ein Hirsch mit seiner Familie, einige Häschen, ein Fuchs, Eichhörnchen und sogar kleine Waldmäuse kämpften sich durch den hohen Schnee. Schon seit Tagen hatten sie nichts Fressbares mehr finden können. Sprachlos bewunderten sie den strahlenden Baum.

„Nein, so was. Solch eine Pracht.“
„Frohes Fest, kommt nur näher. Wir haben auch für euch etwas.“
Die Engel holten wunderbare Leckereien wie Kastanien, Eicheln, Nüsse, Möhren und vieles mehr hervor. Gemeinsam wurde nun gesungen, gegessen und getanzt. Es war – mitten auf der kleinen Lichtung – eine prächtige, wenn auch einfache Feier.
Die kleine Tanne war überglücklich. In ihrer ganzen Schönheit stand sie mitten auf der Lichtung und genoss es, gemeinsam mit den Tieren und den Engeln den Heiligen Abend zu verbringen.

 

Die Jugendlichen, die das Fenster vorbereitet und die Geschichte vorgetragen haben.




"Lichterzauber im Familienzentrum"

Vor dieser schönen Kulisse

spielten die Kinder die Geschichte vom allerkleinsten Tannenbaum

Es war kurz vor Weihnachten. Ein kleiner Vogel flog zum Fest in die Stadt. Da sah er auf einem Hügel einen kleinen Tannenbaum.
„Gehst du nicht in die Stadt?“ fragte ihn der Vogel. „Nein“, sagte der Tannenbaum. „Ich bin zu klein für Weihnachten.“ Und er brach in Tränen aus.
Der kleine Tannenbaum erinnerte sich, dass seine großen Brüder immer zu ihm sagten:
„Wenn du nicht schneller wächst, wirst du nie ein rechter Weihnachtsbaum.“
Eines Tages wurden sie alle zum Weihnachtsfest in die Stadt abgeholt. Da freuten sie sich sehr und hoben stolz ihre schönen Äste. Nur der kleine Tannenbaum wurde stehen gelassen. Er fühlte sich jetzt sehr einsam und schluchzte: “ Ach, wenn ich doch größer wäre und bei meinen Brüdern in der Stadt sein dürfte!“
„Weißt du was?“ sagte der Vogel zum Tannenbaum. „Ich werde dir helfen. Ich fliege zu meinem Freund, dem Esel.“
Bald darauf kam ein Fuchs vorbei. Auch er lief zum Weihnachtsfest in die Stadt.
„Gehst du nicht in die Stadt?“ fragte der Fuchs den Tannenbaum. „Nein, ich bin zu klein“, antwortete der Tannenbaum und musste wieder weinen. Der Fuchs hatte noch nie einen so kleinen Baum gesehen. Aber weil er nicht wusste, wie er ihm helfen sollte, lief er weiter.
Inzwischen kam der Vogel mit seinem Freund, dem Esel, zurück.
„Du hast mir nicht gesagt, dass der Weg so weit ist“, brummte der Esel. Er ärgerte sich, dass er so kurz vor Weihnachten nicht in der Stadt sein konnte. Er wollte doch nichts von dem schönen Fest versäumen.
„Siehst du, jetzt sind wir da“, sagte der Vogel und zeigte mit dem Flügel auf den kleinen Tannenbaum. Der Esel musste sich bücken, um den winzigen Tannenbaum überhaupt zu sehen. Seine Augen waren vor Überraschung weit geöffnet. Es war der kleinste Tannenbaum, den er jemals gesehen hatte.
„Wie geht es dir?“ fragte der Esel höflich.
„Ach, wenn ich doch größer wäre“, schluchzte der kleine Tannenbaum. „Dann wäre ich jetzt bei meinen Brüdern in der Stadt. Ich glaube, ich werde das Weihnachtsfest nie erleben!“
„Weine nicht!“ tröstete der Esel. „Schau da drunten die Lichter in der Stadt! Dort stehen sie alle, die vielen Weihnachtsbäume, und werden schon mit Kerzen geschmückt. Deine Brüder sind auch dabei. In jeder Stube steht ein prächtiger Tannenbaum und darunter werden morgen die Kinder ihre Geschenke auspacken. Dann werden sie alle die schönen Weihnachtslieder singen. Hör auf zu weinen, kleiner Tannenbaum! Vielleicht bist du nächstes Jahr auch dabei.“
Der Tannenbaum weinte aber schon nicht mehr. Die freundlichen Worte des Esels hatten ihn beruhigt. „Ja, vielleicht nächstes Jahr...“, murmelte er und schlief ein. Der Vogel und der Esel seufzten erleichtert, und auch sie schliefen ein. Sie hatten einen langen Tag hinter sich und waren sehr müde.
Und während sie schliefen, begann es leise zu schneien.
Es kam der Morgen vor dem Heiligen Abend. Der Esel und der Vogel wischten sich die Schneeflocken aus den Augen. Überall um sie herum glänzte der Schnee in der Sonne, und auch der kleine Tannenbaum war ganz mit Schnee bedeckt. Er war jetzt der schönste Tannenbaum, den man sich denken konnte.
Da begannen der Vogel und der Esel ihr liebstes Weihnachtslied zu singen.
Als die anderen Tiere den Gesang hörten, verließen sie ihr Versteck im Wald und in den Wiesen und machten sich alle auf den Weg. Auch sie wollten dort sein, wo so schön gesungen wird.
Sie versammelten sich alle um den kleinen Tannenbaum auf dem Hügel und sangen mit dem Vogel und dem Esel.
Inzwischen war es dunkel geworden. Die Sterne leuchteten vom Himmel herab auf den Schnee und den kleinen Tannenbaum.
Er war jetzt der schönste Tannenbaum auf der ganzen Welt.

Jetzt war der Heilige Abend da. Das Jesuskind lag in einer Krippe. Maria und Joseph wachten neben ihm. Und auch Tiere waren gekommen und fingen gleich zu singen an.

Draußen auf dem Felde aber hörte der kleine Tannenbaum eine Stimme neben sich flüstern: „Du bist gar nicht zu klein für Weihnachten, lieber Tannenbaum, denn ich bin ebenso klein wie du.“ Es war das Jesuskind selber, das so zu ihm sprach.
Da war der kleine Tannenbaum glücklich.

Als Weihnachten vorüber war, verabschiedete sich der Esel und lief heim in die Stadt. Er versprach ihm, zum nächsten Weihnachtsfest wiederzukommen.
Der Vogel aber wollte bis zum Frühling bei dem kleinem Tannenbaum bleiben. Und der Tannenbaum beklagte sich nie mehr darüber, dass er so klein war.



Dann wurde draußen das Fenster geöffnet:

Das ganze Kindergartengelände war ein Lichtermeer!




"Sing ein Lied der Freude"

Seltsame Töne
(c) Anita Menger

Ein Kichern und Tuscheln,
ein Wispern und Raunen.
Die seltsamen Töne,
sie lassen mich staunen.

Hier sitzen die Engel
und singen im Chor.
Dort werkeln sie eifrig,
was geht denn da vor?

Die himmlischen Lieder,
geübt mit viel Fleiß.
Geschenke gebastelt,
das ist der Beweis!

Auch riecht es nach Plätzchen
mit Nelken und Zimt.
Es weihnachtet wieder,
jetzt weiß ich´s bestimmt.

 




"Die Weihnachtsmaus"

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar -
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
- bei Fränzchen oder Lieschen -
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

(James Krüss)

 



"Die Geschichte vom kleinen Schneemann"

...der alles ganz genau wissen wollte.
Oder die seltsame Geschichte vom Glauben und Wissen.

Die Geschichte, die ich euch Heute erzählen will, hat sich vielleicht irgendwann einmal in den riesigen eiskalten Weiten Grönlands zugetragen. Vielleicht auch ein anderes mal hoch oben in den schneebedeckten Spitzen eines riesigen Berges. Vielleicht aber auch an einem ganz anderen Platz. Und eigentlich ist es ja auch egal, wo es geschah. Und vielleicht ist diese Geschichte auch nie so geschehen. Trotzdem sollt ihr erfahren, was sich irgendwann und irgendwo vielleicht einmal zugetragen hat.
Die Kindergeschichte vom Schneemann:
Iirgendwo in einem schneebedeckten Land lebte das uralte Volk der Schneemänner. Es war ein wildes, eiskaltes Land. Schneestürme zogen über die Erde hinweg, alles Wasser war zu Eis erstarrt und es war bitterkalt. So kalt, wie man es sich nur in seinen eisigsten Träumen vorstellen kann. Und genau hier fühlten sich die Schneemänner wohl. So richtig wohl.

Und hier lebte auch unser kleiner Schneemann mit seiner Familie. Mit seinen Schneeeltern, all seinen Schneebrüdern und Schneeschwestern und vielen, vielen Schneefreunden aus dem Volk der Schneemänner.

Alles hätte so schön sein können. Das Leben war unbeschwert. Alles was ein Schneemann für ein glückliches Leben braucht, war im Überfluss vorhanden. Es gab keine Krankheiten, keinen Hunger und die für das Volk der Schneemänner so gefährliche Schneeschmelze kannte man nur aus alten Erzählungen. Erzählungen von jenseits der Grenze, wo die Gefahr lauerte. So glaubte es das Volk der Schneemänner zumindest.

Und im funkelnden Licht der Sonne tobten die kleinen Schneemannkinder wild und unbeschwert über die eiskalten Flächen des seit Jahrhunderten zu Eis erstarrten Sees. Erfreuten sich an den frostigen Winden und Schneestürmen, die ungestürm über das Land zogen.

Doch unser kleiner Schneemann konnte das unbeschwerte Leben nicht so recht genießen. Er war neugierig und dass war ja auch gut so. Nur durch fragen lernt man die wichtigen Dinge des Lebens. Doch er wollte alles, wirklich alles wissen. Und es quälten ihn vor allem die wenigen Fragen, auf die Niemand seines Volkes ihm antworten konnte. Sogar nicht die gelehrigen Schneelehrer in der großen Schule hier im Schneeland.
Wer wusste schon noch nach den vielen, vielen Jahrhunderten, wo das Volk der Schneemänner entstanden war. Keiner der zahlreichen Schneemänner konnte sagen, wann und wie er geboren worden war. Oder ob überhaupt.

Wie viele Sterne gibt es am Himmel?
Wo ist das Ende des Himmels über mir?
Warum fallen die vielen funkelnden Sterne hoch über mir in der Nacht nicht herunter?
Und warum sterben wir Schneemänner nicht und was wäre danach?
Und gibt es da oben am Himmel jemanden, der uns beobachtet und beschützt. So wie Eltern ihre Kinder beschützen, auch wenn sie trotzdem manchmal blaue Flecken vom Herumtoben bekommen?

Natürlich kann und sollte man sich all diese interessanten Fragen stellen. Doch der kleine Schneemann wollte alles ganz genau und sofort wissen und die vielen offenen Fragen spukten quälend in seinem Kopf herum wie kleine, quirlige Schneegeister.
Und dabei konnten ihm ihm auch die uralten Männer des Volkes keine genaue Antwort geben. Viele sagten: „ Ich glaube, es könnte so oder so sein. Aber genau weiß es wohl Niemand“
Doch glauben reichte ihm nicht. Er wollte doch alles ganz genau wissen. Und so wurde unser kleiner Schneemann immer unglücklicher und unzufriedener. Und immer lauter wisperten die kleinen Schneegeister in seinem Kopf herum, fragten und fragten und fragten. Und manchmal fragte er sich inzwischen sogar, warum die anderen Schneemannkinder so wild und fröhlich lachend durch den Schnee tobten? Was machte das für einen Sinn? So saß er einsam in seinem kleinen Schneehaus mit den von Eisblumen bedeckten Fenstern und grübelte vor sich hin, während seine Freunde fröhlich lachend durch den neu gefallenen Schnee tobten.

Und schließlich entschloss er sich, in die weite Welt zu ziehen, um die Antworten auf alle seine offenen Fragen zu finden.
„Das ist sehr gefährlich für uns Schneemänner. Da draußen, jenseits der Grenze des Schneelandes, lauern unendlich viele Gefahren. Noch nie ist einer von uns von einer derartigen Reise zurück gekehrt. Glauben wir.“ So versuchten ihn seine Freunde zum Bleiben zu bewegen. Doch es war zwecklos.

Und so packte der kleine Schneemann sein Bündel, eine große Portion Eis für unterwegs und zog in die weite Welt hinein.
Tag um Tag wanderte er durch weite Schneefelder, immer weiter. Bis er irgendwann in der Ferne ein seltsames Tier sah. Riesengroß, weiß und mit Pelz bedeckt.

„Hallo“ rief unser kleiner Schneemann, „wer bist du, woher kommst du, wo willst du hin? Weißt du, wie alt du bist und wann du sterben wirst und was danach ist?“
Verwirrt schüttelte das riesengroße Tier seine Kopf und brummte:
„Ich bin ein Eisbär und ich weiß nur, dass ich dich nicht fressen werde. Denn ich glaube, du würdest mir nicht schmecken“
„Du glaubst es aber nur. Du weißt es aber nicht genau. Oder?“ Erwiderte der kleine Schneemann.Doch der Eisbär schüttelte nur erstaunt den riesigen Kopf und stapfte brummend davon.

Und unser kleiner Schneemann zog weiter und weiter, bis er irgendwann bemerkte, wie sich die Landschaft veränderte. Es hatte schon lange nicht mehr geschneit und hier und dort schauten grüne Flächen durch die Schneedecke hervor. Es war auch nicht mehr so angenehm frostig kalt und die Sonne schien wärmer zu strahlen. Doch unser kleiner Schneemann zog weiter und weiter, bis er schließlich an einen kleinen Bach gelangte. Doch dieser war nicht wie die Bäche seiner Heimat zugefroren, das Wasser nicht zu Eis erstarrt. Sondern das Wasser dieses Baches plätscherte wild dahin über Stein und Stock und es war nur noch wenig Schnee zu sehen.

die Geschichte vom kleinen SchneemannUnd so setzte sich der kleine Schneemann, jetzt doch erschöpft von der weiten Reise auf einen großen, von der Sonne beschienenen Stein am Rande des Baches. Und bemerkte, das kleine Tropfen klaren Wassers an seinem Körper herab flossen. „Was ist denn das?“, wunderte er sich. Und schaute den Wassertropfen nach, wie sie an ihm herab und dann in den Bach hinein flossen.

Plötzlich entdeckte er direkt vor sich im Bach ein buntgeprenkeltes, seltsames Tier, das ihn mit großen Augen anstarrte und trotz des fließenden Wassers auf der Stelle zu stehen schien.
„Hallo“ rief unser kleiner Schneemann wieder , „wer bist du, woher kommst du, wo willst du hin? Weißt du, wie alt du bist und wann du sterben wirst und was danach ist?“
„Ich bin ein Fisch“ erwiderte erstaunt das seltsame Wesen. “ich lasse mich vom Wasser treiben. Mehr muss ich nicht wissen. Wer kann schon alles wissen. Ein Fisch bestimmt nicht. Du bist ein gar seltsames Geschöpf. Was sollen alle diese Fragen, auf die ich keine Antwort weiß? Doch auch ich möchte dir jetzt eine Frage stellen. Ist es möglich, dass du immer kleiner wirst?“

Mit diesen Worten verschwand der Fisch und verwirrt schaute der kleine Schneemann an sich herunter. Tatsächlich! Er schien kleiner geworden zu sein und zahlreiche Tropfen Wasser flossen an ihm herab, wurden zu ganz kleinen Bächen und vermischten sich mit dem Wasser des großen Baches vor ihm.
Erschrocken dachte er „Das muss die gefährliche Schneeschmelze sein, von denen die Ältesten seines Dorfes so oft erzählt hatten“ Nur die sofortige Rückkehr in das Land der Schneemänner würde ihn noch retten. Das wusste auch unser kleiner Schneemann. Doch wie versteinert, tief in Gedanken versunken saß er weiterhin auf dem großen Stein, während Tropfen um Tropfen von ihm herabfloss.

Grübelnd sah der kleine Schneemann in das klare Wasser des Baches und schaute zu, wie sich die Tropfen, welche von ihm nun immer schneller herabflossen, mit dem Wasser des Baches vermischten. Eins wurden mit der Strömung.
„Interessant“, murmelte er. „ Ist es vielleicht so? Sterbe ich vielleicht nicht wirklich, sondern werde ich nur Teil von etwas viel Größerem. Werde ich zum Teil des Baches und lasse ich mich dann vielleicht wie der buntgesprenkelte Fisch von der Strömung treiben? Aber wohin und warum? Und wie ist der Bach überhaupt entstanden? Besteht der Bach vielleicht aus vielen, vielen geschmolzenen Schneemännern?“
Und natürlich fragte sich unser kleiner Schneemann auch, was er denn nun machen solle.

Würde er die Antworten auf all seine Fragen hier jenseits der Grenzen des Schneemannlandes überhaupt finden? Und wie gefährlich war die Schneeschmelze für ihn wirklich? Warum gab es die Schneeschmelze überhaupt, wenn sie doch so gefährlich war?
Und sollte er lieber umkehren, zurück in seine Heimat? Zurück zu seinem Volk, seinen Freunden, die jetzt wahrscheinlich unbeschwert im wunderbar eiskalten Schnee herumtobten!

Während unser kleiner Schneemann so tief in Gedanken versunken weiterhin auf dem großen Stein saß, rannen ihm dicke Tränen aus seinen großen schwarzen Augen herab. Traurig und einsam grübelte er vor sich hin und bemerkte gar nicht mehr, dass er immer kleiner wurde. Bis zum Schluß nur noch ein ganz kleiner, kaum sichtbarer Flecken Schnee auf dem großen Stein zu sehen war.

Herz aus Eis, FotoliaUnd irgendwann, Niemand weiß wann oder ob überhaupt, war der kleine Schneemann ganz verschwunden. Oder war er jetzt wirklich Teil des großen rauschenden Baches geworden? Jedenfalls sollte Niemand aus dem Dorf der Schneemänner jemals wieder von ihm hören.

Nur in den wunderschönen, sternenklaren Nächten, wenn eiskalt der Wind über das Land der Schneemänner fegt, erzählt man sich oft noch die wundersame Geschichte von dem kleinen Schneemann. der alles ganz genau wissen wollte.

„Das ist auch gut so“, sagen dann die Ältesten. „Nur wer neugierig ist, lernt das Leben kennen. Doch nicht alles kann der Schneemann begreifen und wissen, manches muss er einfach glauben. Und wer nur grübelnd und verzweifelt nach Antworten suchend durch das Leben geht, der vergisst manchmal zu leben. Das Leben zu genießen.“

Und wer weiß schon, ob diese Geschichte wirklich so geschehen ist.
Doch glaube ich, es ist trotzdem eine seltsam schöne Geschichte. Oder was glaubt ihr?

 



Sankt Niklas` Auszug
Weihnachtsgedicht von Paula Dehmel, 1862 bis 1918

Sankt Niklas` Auszug

Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus,
klopft seine lange Pfeife aus
und sagt zur heiligen Kathrein:
Öl mir die Wasserstiefel ein,
bitte hol auch den Knotenstock
vom Boden und den Fuchspelzrock,
die Mütze lege oben drauf,
und schütte dem Esel tüchtig auf,
halt auch sein Sattelzeug bereit;
wir reisen, es ist Weihnachtszeit.
Und dass ich`s nicht vergeß, ein Loch
ist vorn im Sack, das stopfe noch!
Ich geh derweil zu Gottes Sohn
und hol mir meine Instruktion.

Die heilige Käthe, sanft und still,
tut alles, was Sankt Niklas will.
Der klopft indes beim Herrgott an,
Sankt Peter hat ihm aufgetan
und fragt: Grüß Gott! wie schaut`s denn aus?
und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.

Da sitzen die Englein an langen Tischen,
ab und zu Feen dazwischen,
die den kleinsten zeigen, wie`s zu machen,
und weben und kleben die niedlichsten Sachen,
hämmern und häkeln, schnitzen und schneidern,
fälteln die Stoffe zu zierlichen Kleidern,
packen die Schachteln, binden sie zu
und haben so glühende Bäckchen wie Du.
Herr Jesus sitzt an einem Pult
und schreibt mit Liebe und Geduld
eine lange Liste. Potz Element,
wie viel artige Kinder Herr Jesus kennt!
Die sollen die schönen Engelsgaben
zu Weihnachten haben.

Was fertig ist, wird eingesackt
und auf das Eselchen gepackt.
Sankt Niklas zieht sich recht warm an;
Kinder, er ist ein alter Mann,
und es fängt tüchtig an zu schnein,
da muss er schon vorsichtig sein.

So geht es durch die Wälder im Schritt,
manch Tannenbäumchen nimmt er mit;
und wo er wandert, bleibt im Schnee
manch Futterkörnchen für Hase und Reh.
Aus Haus und Hütte strahlt es hell,
da hebt er dem Esel den Sack vom Fell,
macht leise alle Türen auf,
jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf:
Sankt Niklas, Sankt Niklas,
was hast du gebracht?
was haben die Englein
für uns gemacht?
"Schön Ding, gut Ding,
aus dem himmlischen Haus;
langt in den Sack! Holt euch was raus!"

 



"Hl. Barbara"
Text liegt noch nicht vor!



"Hl. Luzia"

Was wir von ihr wissen
Geboren wurde sie um das Jahr 270 n. Chr. In Syrakus/Sizilien. Alle Kenntnisse über sie verdanken wird er Legende. Danach sind ihre Eltern sehr wohlhabend, aber keine Christen. Als ihre Mutter schwer erkrankt, betet Luzia zur heiligen Agatha, worauf die Mutter wundersame Weise geheilt wird.

Dies wird für Luzia der Anlass, sich ganz dem Christentum zuzuwenden. Sie verschenkt ihr Vermögen, stärkt ihre Mitchristen, denen sie in der schweren Zeit der Verfolgung beisteht. Da sie die Ehelosigkeit um Christi willen schwört, weigert sie sich, einen Adligen zu heiraten. Daraufhin wird sie gefangen genommen und grausam gefoltert. Als einer der Folterer ihren Qualen nicht länger zusehen kann, nimmt er das Schwert und ersticht sie. Als Todesjahr wird 304 n. Chr. angenommen. Festtag der Hl. Luzia ist der 13. Dezember.
Was noch interessant ist
Luzia wird heute hauptsächlich in den nördlichen europäischer Ländern gefeiert, dabei trägt ein Mädchen die Luzia Krone: ein Haar Reif mit brennenden Kerzen.
Luzia gilt als Patronin vieler Handwerksberufe, aber auch der kranken Kinder und Blinden. Ihre Reliquien finden sich in Venedig und Metz.
Dargestellt wird sie als junge Frau mit einem Schwert durch den Hals, mit einer Öllampe oder mit Kerzen in der Hand.

Geschichte – erzählt von Jugendlichen der KOT:

Erzähler:
Vor vielen, vielen Jahren lebt in Italien ein Mädchen namens Luzia. Sie hörte viel von Jesus und war davon so begeistert, dass sie sich taufen ließ. Nun war es aber eine gefährliche Zeit für Christen. Der Kaiser mochte sie nicht, warf viele von ihnen ins Gefängnis. Auch in Luzias Heimat fürchteten sich die
Christen vor den Soldaten des Kaisers. Immer mehr verließen ihre Hauser, um sich in den Höhlen des Waldes zu verstecken.
1. Christ:
Hier werden uns die Soldaten nicht finden. Hier sind wir sicher.
2. Christ:
Was meint ihr, wie Lange müssen wir in der Höhle ausharren?
3. Christ:
Schwer zu sagen. Aber ewig werden die Soldaten nicht nach uns suchen. Die haben ja noch anderes zu tun.

2. Christ:
Wenn wir lange hier bleiben müssen dann finden uns zwar die Soldaten nicht, aber wir müssen verhungern.
1. Christ:
Du hast Recht. Immer mehr kommen zu uns, um in der Höhle Schutz zu finden. Aber nicht alle können etwas zu essen mitbringen.
3. Christ:
Lasst uns nicht verzagen. Wir wollen zu Jesus beten, er wird uns nicht allein lassen.
Die drei Kinder knien sich und beten.
Erzähler:
Immer mehr Menschen suchen in den Höhlen Schutz. Langsam wird die Nahrung knapp. In der Stadt hört Luzia von der Not. Sie überlegt nicht lange, dann fasst sie einen Plan.
Luzia:
Ich werde den Menschen in den Höhlen etwas zu essen bringen. Ich werde aber erst in der Nacht losgehen können, damit mich kein Soldat verfolgt und ich die Christen in den Höhlen nicht verrate.
Erzähler:
In der Nacht macht sich Luzia mit einem Korb voller Brot, Gemüse und Obst in der Hand auf den Weg.
In der anderen Hand trägt sie eine kleine Lampe, damit sie den Weg in der Dunkelheit findet. Luzia kommt nur langsam voran, aber dann steht sie vor der Höhle. Auf dem Weg zur Höhle hat sie sich überlegt, wie sie sich den Menschen in der Höhle bemerkbar machen kann. Sie ruft leise ein Wort, das Jesus einst gesagt hatte:
Luzia:
Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt!
Erzähler:
Nach einer kleinen Pause hört sie in der Höhle Geräusche und eine Stimme fragt sie:
1. Christ:
Bist du eine Christin?
Luzia:
Ja, ich bin eure Schwester Luzia, die ihr vor nicht allzu langer Zeit getauft habt. Ich bringe euch Nahrung.
2. Christ:
Dich schickt der Himmel. Lange hätten wir das nicht mehr ausgehalten.
Gemeinsam essen sie in der Höhle.
Erzähler:
Nachdem Luzia die Lebensmittel verteilt hat, beten sie gemeinsam, bevor Luzia sich auf den Heimweg macht.

3. Christ:
Vergiss uns nicht! Wir werden täglich mehr und haben immer weniger zu essen,
Luzia:
Ich werde wiederkommen und alles wird gut werden. Jesus ist auf unserer Seite.
Erzähler:
Luzia geht in ihrem Haus auf und ab, sie überlegt. Nach drei Tagen bereitet sich Luzia wieder auf den Weg zu den Höhlen vor. Wieder packt sie Brot, Gemüse und Obst. Aber sie packt viel mehr ein als beim ersten Mal. Sie weiß ja, dass viele Christen in den Höhlen wohnen und Hunger haben. Zwei Körbe hat sie gefüllt. Aber jetzt hat sie keine Hand mehr frei den Leuchter.
Luzia:
Ohne Licht werde ich den Weg zur Höhle nicht finden. Nehme ich aber weniger zu essen mit, werden einige verhungern. Gehe ich zweimal, so ist die Gefahr groß, dass ich von Soldaten entdeckt werde.
Erzähler:
Da hat sie eine Idee. Sie bindet einen Kranz, steckt einige Kerzen darauf und zieht ihn sich auf den Kopf. Jetzt muss sie zwar sehr vorsichtig und ganz langsam gehen, aber sie kann zwei Körbe tragen. Als sie zur Höhle kommt, ruft sie wieder:
Luzia:
Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt!
Erzähler:
Als die Menschen Luzia mit ihnen Kerzen auf dem Kopf und den beiden Körben mit Essen sehen, rufen sie:
1. Christ:
Luzia, du bringst uns das Licht.
2. Christ:
In dir schenkt uns Jesus sein Licht!
3. Christ:
Du trägst nicht nur Essen, sondern das Licht.
zusammen:
Du bist Luzia, die Lichtträgerin Gottes.
Erzähler:
In dieser Nacht feiern sie ein langes Fest, danken Gott für alles, was er getan hat und hören immer wieder Luzia zu, die ihnen so viel über Jesus, das Licht der Welt, erzählen kann.




"Die Geschichte von der Geduld"

Es war ein paar Tage vor Heiligabend. Der Postbote stand vor der Tür und brachte mir ein Päckchen. „Ein Weihnachtsgeschenk“, jubelte es tief in mir drin. Für einen Augenblick hielt ich inne, doch ungeduldig wie ich war, konnte ich natürlich nicht bis Weihnachten warten und machte das gut verschnürte Päckchen neugierig auf. Ich war überrascht, darin lag die Geduld, gut eingepackt in mehrere Lagen Papier, so dass ich sie nicht sofort vollständig begutachten konnte. „So ein Quatsch“, war mein erster Gedanke, „was soll ich damit?“. „Du bist nicht meine Stärke“, pflaumte ich sie gleich impulsiv an. Während ich noch eine Zeitlang vor mich hin grollte, sah ich mir die Geduld unwillig, aber gezwungenermaßen genauer an.

Zugegeben so schlecht sah sie nun auch wieder nicht aus. Eher dezent und ruhig, nicht auffallend, man könnte sie überall mit hinnehmen, ohne dass sie stören würde oder unangenehm auffallen könnte. Sie strahlte eine fast schon unheimliche Ruhe aus, so als ob die Zeit keine Rolle spielen würde. Sie spann ihre eigenen Gedanken und ließ sich von nichts und niemanden davon abhalten. Schon gar nicht von mir, die ich ungeduldig an der Verpackung riss, um endlich mehr von ihr sehen zu können. Irgendwie hatte ich sie mir anders vorgestellt, eher altbacken und langweilig, mit so einem altmodischen Akzent, faltenrockmäßig eben. Doch je mehr Verpackung ich entfernte, desto besser gefiel sie mir. Sie hatte so etwas Sanftes und doch Bestimmtes an sich. Sie zwang mich dazu, nicht mehr an dem Papier zu reißen, sondern Stück für Stück sorgfältig und achtsam zu entfernen.

Als sie dann nach einer Weile in ihrer ganzen Pracht vor mir lag, nahm ich sie behutsam in die Hand und suchte einen besonderen Platz für sie. Nach einigem Hin und Her, ich hatte schon verschiedene Plätze ausprobiert, stelle ich sie zwischen dem JETZT und meiner SEHNSUCHT in die Sonne. Sie begann sich sofort wohl zu fühlen, während ich mich noch an sie gewöhnen musste. Sie stellte mich ständig auf die Probe.

Wenn ich zu jammern anfing, weil mir alles wieder einmal zu langsam ging, sah sie mich mit einer Gelassenheit an, die mich wahnsinnig machen konnte. Sie beäugte mich so lange, bis ich einsah, dass mein Jammern auch nichts änderte und ich es widerwillig sein ließ. An manchen Tagen war ich so wütend auf die Geduld, dass ich sie packte und kurzerhand weit weg von meiner Sehnsucht platzierte. Schmollend saß sie dann auf dem ungeliebten Platz und würdigte mich mit keinem Blick. Stattdessen ging sie in sich und übte sich in Besonnenheit. „Super“, dachte ich mir ärgerlich „angenehmer Zeitgenosse“. Doch dieses Spiel gewann sie immer, denn letzten Endes sah ich ein, dass damit weder mir noch meiner Sehnsucht geholfen war. Und so holte ich sie wieder an ihren Lieblingsplatz zurück und sah ihr zu, wie sie es sich dort triumphierend behaglich machte.

Ja, sie machte sich auf eine einmalige Art und Weise einfach wichtig. Ganz sachte suchte sie sich Raum in meinem Leben – und es vergingen viele Weihnachten bis ich merkte: „Sie ist wichtig!“

Mit der Zeit wurden wir Freunde und ich fing an zu begreifen, wie wertvoll es sein kann, sich Zeit zu lassen und abzuwarten, bis das Leben einen nächsten Schritt vorgibt.




"Andernach – eine außergewöhnliche Stadt"


Der diesjährige Ausflug führte Frauen aus Wenden, Möllmicke, Gerlingen und auch aus Olpe nach Andernach.

Nach der üblichen Frühstückspause mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee kamen wir – allerdings mit 20 Minuten Verspätung – in Andernach an. Am vereinbarten Platz stand die Stadtführerin, die natürlich nicht begeistert war von unserer Verspätung. Aber, nach einigen Minuten siegte ihr Frohnatur, und sie führte uns mit ihrem fundierten Wissen, mit lockeren und humorvollen Erzählungen durch die Stadt.

Es gab viel Schönes zu sehen. Alte Stadtmauern, Türme, Häuser aus der Vergangenheit.
Aber auch die Gegenwart hatte außergewöhnliches zu bieten. So nennt sich Andernach auch „die essbare Stadt“. Und das war faszinierend. Überall in der Stadt an Plätzen, die sonst brach liegen, war ein kleiner Garten angelegt. Hier wachsen Salat, Erdbeeren, Wein, Tomaten, Kräuter und vieles vieles mehr. In diesen Gärten kann jeder ernten. Und sie waren gut in Schuss, kein Müll oder Unrat störte das Bild. Überall in der Stadt verteilt standen auch Hochbeete. Hier wuchs es ebenso üppig.
Es war schön anzusehen, blickte man in die Kästen des alten oder neuen Rathauses, so wuchsen neben schönen Blumen die herrlichsten Cocktailtomaten.

Bewundert wurde auch von den Frauen der „fahrbare Garten“. Auf einem Treckeranhänger war ein tolles Beet angelegt. Wenn dieser nicht unterwegs in Kindergärten und Schulen war, stand auch dieser mitten in der Stadt und lud zum Ernten ein.

Nach der Stadtführung ging es dann zum Mittagessen. Das Lokal war gut ausgesucht, das Essen vorzüglich.

Um 15 Uhr ging es auf das Schiff, das uns dann ins Naturschutzgebiet fuhr und wir dann den höchsten Kaltwassergeysir der Welt in Aktion bewundern konnten. An windstillen Tagen spritzt das Wasser bis zu 60 m hoch. Das gelang ihm aber am Mittwoch nicht. Einige Mutige probierten auch das Wasser, es schmeckte sehr salzig.

Auf der Rückfahrt wurden wir dann auf dem Schiff noch ausführlich über den Geysir und was damit zusammen hängt informiert.

Nach einer Zeit zum Bummeln trafen sich die Frauen wieder um 18 Uhr beim Bus, der uns dann wieder ins Wendsche brachte.

Es war rundum ein gelungener Tag und der Regenschirm kam kaum zum Einsatz.

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"Ein schöner Tag"

Zum dritten Mal stand der Marienwanderweg im Westerwald auf dem Programm.

Zwischen den Klöstern Marienthal und Marienstatt gibt es viele ausgewiesene Wanderwege. Einer davon ist der sogenannte Marienwanderweg. 21 Frauen machten sich in diesem Jahr auf den Weg.

Um halb acht fuhr der Bus im Wendschen los und brachte die Frauen zum Kloster Marienthal.

Hier ging es los und auch erst mal den Berg rauf. Leider regnete es. Aber so nach und nach lockerten die Wolken auf, und es wurde trocken.

Nach zwei Stunden Wanderung wurde dann eine längere Rast gemacht.

Gegen halb vier kamen die Frauen müde und k.o., aber zufrieden und glücklich im Marienstatt an.
Ein kühles Getränk war allen erst mal recht. Nach dem Essen gab es eine kleine Andacht in der Klosterkirche. Dann brachte der Bus wieder alle wohlbehalten nach Hause.

Ich glaube, nicht nur bei mir, war am anderen Tag Muskelkater angesagt. Fast 21 km ist schon eine gute Strecke.

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"Lange Tafel"

Aufgrund des 100-jährigen Bestehens, hatte der Diözesanverband Paderborn für das Wochenende 13./14. Juni 2015 zur Aktion „Lange Tafel“ aufgerufen.
Gastgeberinnen sollten sich Gäste einladen und mit ihnen zur „Langen Tafel“ kommen. Jede Gastgeberin brachte sich Geschirr und Kuchen mit und so sollte es eine bunte Tafel geben.

So war es dann auch in Wenden im Sauerland. /Bierzeltgarnituren waren aufgebaut und boten für 56 Personen Platz.

Pünktlich um 15 Uhr kamen die ersten Gäste. Die Sonne meinte es an diesem Nachmittag besonders gut. Bis 18 Uhr wechselten immer wieder die Gäste.

Auf jeden Fall war es eine tolle Sache und kann irgend wann mal wieder wiederholt werden.

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Hilfe bei der internen Feier zum 40- jährigen Bestehen
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Vor 40 Jahren wurde der Kindergarten St. Michael in Wenden gebaut – heute auch als Familienzentrum bekannt.
Aus diesem Grunde gab es eine kleine interne Feier. Da Kindergarten und KFD schon seit langem einiges zusammen machen, sei es Eltern-Kind-Treffen oder „Lebender Adventskalender“, gab es bei der Feier Unterstützung seitens der KFD. Die beiden Helferinnen kümmerten sich an diesem Tag um das Kuchenbuffet.
Auf dem Bild Doris Luke, seit langem aktiv, über viele Jahre auch als 1. Vorsitzende




"Eltern-Kind-Treffen"

Schon seit fast 30 Jahren findet viermal im Jahr in den beiden Kindergärten (zweimal Wenden, zweimal Möllmicke) das Eltern-Kind-Treffen statt.
Zu diesen Treffen laden die Kindergärten und die Kath. Frauengemeinschaft alle Eltern und Großeltern mit ihren Kleinkindern ein. Hier wird die Gelegenheit geboten, die Kindergärten kennen zu lernen, mit anderen Eltern und Großeltern in Kontakt zu kommen, mit anderen Kindern zu spielen und einen schönen Nachmittag zu verbringen.
Auf den beiden Fotos sehen Sie die Helferinnen der KFD Wenden/Möllmicke – jung und alt ist hier im Einsatz (Iris Albrecht und Rosa Wirtz). Rosa Wirtz lässt es sich auch im hohen Alter von über 80 Jahren nicht nehmen, zweimal im Jahr pünktlich mit einem Korb voller vorgebackener Waffeln parat zu stehen.

 




"Den Morgen schön beginnen"

Zum Morgenlob waren wieder etliche Frauen aus Wenden und Möllmicke gekommen. Auch sind immer einige Frauen von außerhalb treue Besucher des Morgenlobs.

Die Andacht hatte das Thema: „Nehmt euch einander an, wie Christus euch angenommen hat“

Einander anzunehmen ist ungeheuer schwer. Viele Konflikte zeigen das. All zu oft ist zu sehen, wie sich bei zwei unterschiedlichen Positionen Fronten aufbauen. Fronten, die sich zunehmend verhärten, sei es in Familien, im Beruf, in der Nachbarschaft, unter den Dörfern, unter Staaten und Regierungen.

Darüber wollten wir in dieser Andacht einmal nachdenken, vor allem wo in unserem eigenen Umfeld vielleicht Konflikte sind.

Jede Frau hatte sich zu Beginn einen Ast ausgesucht und nach einer Betrachtung wurden alle Äste zu einem großen Strauss zusammen gefügt.

„All diese Zweige mit ihren Besonderheiten finden einen Platz in ihrem Strauss. In ihrer Verschiedenheit bilden sie eine herrliche Komposition. Bei jedem Zweig ist es eine andere Eigenschaft, die seine Schönheit ausmacht: die Blätter, die Größe oder die Blüte.
Zusammen gehalten wird dieser große Strauß von dieser Vase, deren frisches Wasser den Zweigen Lebenskraft, Schönheit und Entfaltung verleiht.

Dieser Strauß in der Vase könnte ein Sinnbild und ein Vorbild für jede christliche Gemeinschaft sein – auch für unsere Gruppe hier heute morgen beim Morgenlob. Jede einzelne von uns ist einzigartig und hat ihren Platz in der Gemeinschaft.“

Nach dem gemeinsamen Gebet und Gesang war dann das Frühstück an der Reihe und alle Frauen genossen es, in dieser gemütlichen Runde und angenehmen Atmosphäre den Tag zu beginnen.

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"Tanz mit - bleib fit"

Tanzen bedeutet Bewegung – Freude – Gemeinschaft
Seit einigen Monaten wird einmal im Monat an einem Dienstag zum Tanz eingeladen. Morgens in der Zeit von 9.30 bis 11 Uhr treffen sich Frauen im Dorfgemeinschaftshaus.

Auf dem Programm stehen gesellige Tänze und Bewegungsformen unter der Leitung von Martina Meurer.

Alle Frauen, die Freude an der Bewegung haben, sind hierzu eingeladen.
Bewegung, Tanz und Entspannung beeinflussen unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit; Herz, Kreislauf und Muskeln werden trainiert und das Gedächtnis gefördert.


Also: „Tanz mit – bleib fit“
Nächster Termin: Dienstag, 26. Mai von 9.30 bis 11 Uhr




"Kinder binden ihren eigenen Palmbesen"

Palmbesen bringen – Tradition in Wenden

Den Paten einen Palmbesen bringen, das ist im Wendschen schon lange Tradition. Aus Weidekätzchen und Buchsbaum, bindet man einen kleinen „Buschen“.
Am Palmsonntag bringen dann die Kinder ihren Palmbesen zu den Paten und meist können sie sich über ein kleines Geschenk freuen.

Leider, so werden viele Kinder denken, ist es vorbei, wenn man zur ersten Heiligen Kommunion gegangen ist – schade



Jahreshauptversammlung Januar 2015 - Rückblick auf 2014

Zur Jahreshauptversammlung der Kfd-Wenden/Möllmicke begrüßte die Vorsitzende Brigitte Hennecke die anwesenden Frauen.

Im Geschäftsbericht berichtete die Schriftführerin Sibille Niklasüber ein gutes Jahr mit vielen Veranstaltungen und Aktivitäten.

So nahm im Jahr 2014 die KFD mit einem Info-Stand beim Frauentag im Rathaus teil.

Starkes Interesse zeigten auch noch nach über 10 Jahren die Frauen am Morgenlob in der Dorfgemeinschaftshalle in Möllmicke.


Fotos vom Morgenlob imMärz 2014


Fotos vom Morbenlob im Oktober


und der 22 km langen Strecke über den Marienwanderweg.

 

Der Ausflug führte 2014 nach Paderborn mit dem Besuch von Schloss Neuhaus und dem Diözesanbüro.

 

Über 40 Frauen interessierten sich für die Kapellenwanderung. Die 2. Vorsitzende Roswitha Geers führte in diesem Jahr nach Ottfingen, wo uns die Ottfinger Kfd-Frauen mit Kaffee und Kuchen wunderbar bewirteten.


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Das Wanderwochenende „Mit der Bibel im Rucksack“ hatte in diesem Jahr ein besonderes Thema, nämlich „Zeichnen“. Die Frauen besuchten den neuen Wanderweg „zeichenKURS“.

Auf einem Rundweg von Siebringhausen bis Essinghausen und zurück laden verschiedene Stationen ein, verschiedene Motive oder Perpektiven zu zeichnen.
Die Größe der Gruppe mit 5 Frauen passte total, mehr Platz boten nämlich Bank und Tisch nicht.


 

 

Über das Jahr verteilt fanden vier Kochkurse statt, unter dem Thema "Klima-Dinner“.
Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter fand jeweils ein Abend statt. Die Rezepte richteten sich nach den Möglichkeiten, die es saisonbedingt gab und auch im hiesigen Raum zu bekommen waren, es wurden also keine Zutaten verwendet, die mit hohen Energiekosten beschafft werden mussten.




Der Kassenbericht von Elvira Wirtz sagte aus, dass die Kosten „so eben“ gedeckt sind. Das aber die Frauengemeinschaft an einer Beitragsanpassung in diesem Jahr nicht mehr dran vorbei kommt.

Auch Vorstandswahlen standen auf der Tagesordnung.
Einstimmig wiedergewählt wurde die 2. Vorsitzende Roswitha Geers und die Kassiererin Elvira Wirtz sowie die Beisitzerinnen Renate Stahl und Inge Reiss. Neu gewählt wurde als Beisitzerin Susanne Arns-Stahl.

Die meisten hiesigen Vereine und Verbände haben einen Beitrag von wenigstens 18 €. Seit dem Jahr 2008 ist der Beitrag von 14.00 € bei der KFD stabil geblieben. Die Versammlung beschloss, nach 7 Jahren den Jahresbeitrag auf 16,00€ anzupassen.

Danach erfolgte die Absprache des Jahresprogramms 2015. Nachstehende Termine wurden festgelegt:
(Zu beachten ist, dass der Basar nach über 40 Jahre auf einem anderen Wochenende sein muss, er findet am 1. Adventssonntag statt.)

Termine für 2015
Montag, 2. Februar 8 Uhr Patronatsmesse mit Kerzensegnung
Montag, 23. Februar 19 Uhr Helferinnenrunde
Freitag, 6. März Weltgebetstag der Frauen um 15 Uhr Wortgottesfeier in der St. Severinus Kirche. Die Frauen Bahamas haben den Wortgottesdienst vorbereitet und unter das Thema „Begreift ihr meine Liebe?“ gestellt.

Mittwoch, 18. März Gemeinsames Kreuzweggebet aller Frauen im PV Wendener Land um 15 Uhr Kreuzweg Elben, Am Kreuzberg - Treffpunkt beim Schulzentrum

Mittwoch, 25. März Palmbesen binden: In der Zeit von 15 bis 17.30 Uhr können Kinder ihren Palmbesen so wie früher binden.
Anmeldung bis 20. März bei B. Hennecke Tel. 1089

Montag, 30. März 19 Uhr Helferinnenrunde

Montag, 27. April 19 Uhr Helferinnenrunde

Dienstag, 28. April 9 Uhr Morgenlob im Dorfgemeinschaftshaus, es beginnt mit einer Andacht, anschließend gemeinesames frühstücken.

Dienstag, 5. Mai 14.30 Uhr Maiandacht in der Kirche vor dem Marienaltar anschießend Kaffeetrinken im Pfarrheim; Kaffee, frische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne zum Preis von 4,50 €

Dienstag, 26. Mai 19 bis 19.30 Uhr Hefte abholen

Donnerstag, 18. Juni Wanderung auf dem Marienwanderweg zwischen den Klöstern Marienthal und Marienstatt
Abfahrt morgens um 7.30 Uhr, Rückfahrt 17.30 Uhr

Montag, 29. Juni 16 Uhr Helferinnenrunde mit Eis essen: Bei trockenem Wetter findet das Eis essen im Garten bei Hennecke
statt. Bei Regen werden nur die Hefte abgeholt.

Mittwoch, 8. Juli Ausflug nach Andernach mit Stadtbesichtigung und Information über und Besichtigung des Kaltwasser-Geysir

Donnerstag, 30. Juli 14 Uhr Radtour um die Bigge mit Einkehr im Leuchtturm

Montag, 31. August !!!!! 18 Uhr Helferinnenrunde anschließend Weinprobe

Freitag, 25. bis Sonntag, 27. September Wanderwochenende „Mit der Bibel im Rucksack“

Montag, 28. September 16 Uhr Helferinnenrunde mit Kaffeetrinken

Freitag, 2. Oktober Fahrt zur „Herbstlichen Landpartei“ auf Schloss Wocklum in Balve

Dienstag, 13. Oktober Kapellchenwanderung

Dienstag, 20. Oktober 9 Uhr Morgenlob in der Dorfgemeinschaftshalle

Montag, 26. Oktober 19 Uhr Helferinnenrunde

Samstag, 14. November 14,30 Uhr Frauenkaffee

Sonntag, 29. November 1. Adventssonntag Basar

Montag, 30. November 19 Uhr Adventsfeier für alle Mitarbeiterinnen/Helferinnen der KFD Wenden/Möllmicke

Donnerstag, 3. Dezember Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Essen

Dienstag, 8. Dezember Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Köln


"Das Lied des Hirten"

Auf einen Stock gestützt, den Blick zu den Sternen erhoben, stand der alte Hirte auf dem Felde.
"Er wird kommen", sagte er.
"Wann wird Er kommen?" fragte der Enkel.
"Bald!"
Die andern Hirten lachten.
"Bald!" höhnten sie. "Das sagst du nun seit Jahren!"

Der Alte kümmerte sich nicht um ihren Spott. Nur der Zweifel, der in den Augen des Enkels aufflackerte, betrübte ihn. Wer sollte, wenn er starb, die Weissagungen der Propheten weitertragen? Wenn er doch bald käme. Sein Herz war voller Erwartung.

"Wird Er eine goldenen Krone tragen?" unterbrach der Enkel seine Gedanken.
"Ja!" "Und einen purpurnen Mantel?" "Ja! Ja!"
Der Enkel war zufrieden.

„Ach, warum versprach er ihm, was er selbst nicht glaubte! Wie würde er denn kommen? Auf Wolken aus dem Himmel? Aus der Ewigkeit? Als Kind? Arm oder reich? Bestimmt ohne Krone, ohne Schwert, ohne Purpurmantel - und doch mächtiger als alle andern Könige. Wie sollte er es dem Enkel begreiflich machen?“ Der Junge saß auf einem Stein und spielte auf seiner Flöte. Der Alte lauschte. Er spielte von Mal zu Mal schöner, reiner. Der Junge übte am Morgen und am Abend, Tag für Tag.

„Wenn es stimmte, was der Großvater sagte, so musste er bereit sein, wenn der König kam. Keiner spielte so wie er. Der König würde sein Lied nicht überhören. Der König würde ihn dafür beschenken. Mit Gold, mit Silber! Er würde ihn reich machen, und die andern würden staunen.“

Eines Nachts standen die Sterne am Himmel, nach denen der Großvater Ausschau gehalten hatte. Die Sterne leuchteten heller als sonst. Über der Stadt Betlehem stand ein großer Stern. Und dann erschienen Engel und sagten: "Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren!" Der Junge lief voraus, dem Licht entgegen. Unter dem Fell auf seiner Brust spürte er die Flöte. Er lief so schnell er konnte.

Da stand er als erster und starrte auf das Kind. Es lag in Windeln gewickelt in einer Krippe. Ein Mann und eine Frau betrachteten es froh. Die andern Hirten, die ihn eingeholt hatten, fielen vor ihm auf die Knie. Der Großvater betete es an.

„War das nun der König, den er ihm versprochen hatte? Nein, das musste ein Irrtum sein.. Nie würde er hier sein Lied spielen.“
Er drehte sich um, enttäuscht, von Trotz erfüllt. Er trat in die Nacht hinaus. Er sah weder den offenen Himmel noch die Engel, die über dem Stall schwebten. Aber dann hörte er das Kind weinen. Er wollte es nicht hören. Er hielt sich die Ohren zu, lief weiter. Doch das Weinen verfolgte ihn, ging ihm zu Herzen, zog ihn zurück zur Krippe.

Da stand er zum zweiten mal. Er sah, wie Maria und Josef und auch die Hirten erschrocken das weinende Kind zu trösten versuchten. Vergeblich! Was hatte es nur? Da konnte er nicht anders. Er zog die Flöte aus dem Fell und spielte sein Lied. Das Kind wurde still. Es schaute ihn an und lächelte. Da wurde er froh und spürte, ,wie das Lächeln ihn reicher machte als Gold und Silber.
Von Max Bollinger

 


"Erwartung - bald ist es soweit"
Menschwerdung Gottes von Karl Kardinal Lehmann

Weihnachten sagt viel aus über Gott. Er thront nicht selig in sich selbst, sondern wendet sich der heillosen Welt zu, und zwar indem er einer von uns wird. Dies ist die äußerste Herablassung Gottes in die Geschichte. Er hält nicht an einem Gottsein fest, indem er sich abschließt und zurückzieht, sondern er entäußert sich und nimmt das Schicksal eines Menschen an. Wir sprechen mit Recht von der „Kenosis" der Entäußerung Gottes, was besonders in der Hinnahme der Passion und des Todes zum Ausdruck kommt. Die Krippe ist insgeheim schon das Zeichen der Armut Gottes in unserer Welt. Hinter der Krippe ragt das Kreuz hervor.

Aber Weihnachten sagt auch etwas aus über den Menschen. Gott wird Mensch. Dies sagt etwas aus über die Größe und die Möglichkeit des Menschen. Der Mensch ist nicht nur ein Wanderer am Rand des Universums, der zwischen Himmel und Erde herumirrt. Er ist kein Zwitterwesen zwischen Tier und Gott. Er ist ein Wesen der Mitte, der Geist und Leib, Vernunft und Materie in sich einbegreift. Es ist die Größe des Menschen, dass Gott in ihm Wohnung nehmen kann. Nicht nur in dem Sinne, dass Gott ihn inwendig beseelt innerlich beflügelt. Vielmehr wird Gott buchstäblich Mensch. Aber dies ist nur möglich, weil der Mensch fähig ist, in seiner Natur Gott aufzunehmen.

Das große Denken des Abendlandes sagt, dass der Mensch „Gottes fähig" ist und dass er so offen ist, so sehr aufnahmefähig dass Gott unverkürzt, ganz und gar, leibhaftig Wohnung nehmen kann. Darum ist der Mensch bei all seinen Fehlern und Unvollkommenheiten besonders ausgezeichnet und hat eine unvorstellbar große Würde. Nur weil er selbst Bild und Gleichnis, Ebenbild Gottes in dieser Zeit ist, ist er in der Lage, Gott in sich aufzunehmen. Darum darf er in letzter Instanz auch nicht Mittel zum Zweck werden, anderen Bedürfnissen untertan und so instrumentalisiert werden. Darum ist auch die Würde der Person einzigartig, einmalig und unwiederholbar. Dies sichern die Menschenrechte.

In unseren Tagen muss dieses Wissen um die Würde des Menschen besonders verteidigt werden. Überall wird der Mensch rücksichtslos erniedrigt. Es wird ihm buchstäblich das Gesicht zerschlagen und so die Würde genommen. Vor allem jede Anwendung von Gewalt missachtet die Würde des Menschen. Es gibt viele Formen von Unterdrückung und Ausbeutung.

Nicht nur in Strukturen von Diktatur und gerechter Herrschaft, sondern auch z.B. in der Werbung und in unseren zwischen-menschlichen Beziehungen. Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft.

Am meisten gefährdet ist diese Würde aber am Anfang und am Ende des Lebens. Immer wieder droht die Verführung, über das Leben anderer zu verfügen. Es ist aber nicht einfach fremdes Leben, sondern das Leben eines Menschen, der uns gleich ist. Wir sind Schwestern und Brüder.

Ungeborene Kinder, die wir für unerwünscht erklären, erhalten keine Eintrittskarte in die Familie der Menschheit.
In den Versuchen „therapeutischen Klonens“ verbrauchen wir – gewiss um eines guten Endzwecks willen – Menschenwesen mit ihrem jeweiligen Recht auf ein eigenes Leben.

In der aktiven Sterbehilfe wirft sich der Mensch auf zum Herrn des Lebens und glaubt, er könnte die Würde des Menschen retten, indem er ihn vom Leiden befreit und erlöst.

Gott kommt in unsere Welt. Dies ist nicht nur historisch gemeint im Blick auf den Anfang unserer Zeitrechnung. Es ist auch nicht bloß allgemein und abstrakt gemeint. Gott kommt buchstäblich in unsere Gegenwart und mahnt uns an unsere Verantwortung für den Menschen dieser Tage. Er muss sich entscheiden, ob er dabei die Würde und das Wesen des Menschen wahrt oder ob er glaubt, den Menschen nach seinen Plänen besser bauen und schaffen zu können. So liegen Größe und Elend des Menschen dicht beieinander.

Wir müssen wählen: „Wähle das Leben", sagt schon Gott im AIten Bund.




"Das Eisblumenschloss"

Es war sieben Uhr morgens und ein eiskalter Wintertag. Der Wecker klingelte um Julia aufzuwecken. "Oh, heute ist Montag", dachte Julia, "ich muss aufstehen. Die Schule beginnt um acht Uhr". Sie wollte aufstehen, aber sie konnte nicht. Ihr war es nicht gut, sie hatte fürchterliche Hals- und Kopfscherzen. Die Mutter kam ins Zimmer und fragte Julia was denn los sei. Aber Julia war schon wieder eingeschlafen. Die Mutter legte eine Hand auf Julias Stirne und merkte, dass sie ganz heiß war. Sie rief gleich den Arzt an, der sofort kam, Julia aufweckte und sie untersuchte. Julia war richtig krank, sie hatte eine Grippe und hohes Fieber und war sehr schwach. Julia war es schwindelig, sie zog sich die Bettdecke bis zum Hals und schaute müde zum Fenster hinaus. Ihr Blick ging zum Himmel und sie sah ganz viele kleine Schneeflöckchen aus den Wolken purzeln. Alle tanzten vor ihrem Fenster und klopften mit ihren Köpfchen an die Fensterscheibe.

Es kamen immer mehr und mehr angeflogen und alle setzten sich auf das Fensterbrett. Aber plötzlich passierte etwas Sonderbares. Eine Schneeflocke wurde immer größer und größer und auf einmal machte es "plumps" und aus der großen Schneeflocke entstand eine schöne Eisprinzessin mit einem Kleid aus Schneeflocken und einer Krone aus Eiszapfen. Julia staunte über das wunderschöne Schneeflockenkind. Es war so durchsichtig wie Glas. Das Schneeflockenkleid glitzerte als wären es lauter kleine Schneekristalle. "Wo kommst du her?", fragte Julia. "Aus einem großen weißen leuchtenden Eisblumenschloss. Ich bin die Eisprinzessin, gib mir deine Hand und du kannst mit mir kommen. Ich zeige dir unser Schloss." Julia sprang aus dem Bett, gab der Eisprinzessin die Hand und los ging die Reise ins Eisblumenland. Unterwegs wurde es immer kälter und kälter.

Aber Julia fror nicht, sie dachte nur noch an das Eisblumenschloss. "Wer wohnt denn in diesem Schloss?", fragte Julia die kleine Prinzessin. Aber das Eisblumenkind konnte ihr keine Antwort mehr geben, denn gerade in diesem Moment tauchte vor ihren Augen ein riesengroßes weißes Gebäude auf. Julia erschrak. "Ist das das Eisblumenschloss?" fragte sie. "Ja", antwortete die Eisprinzessin. Das Schloss bestand aus tausenden Eisblumen und von den Turmspitzen hing ein Eiszapfen neben dem anderen herab. Es war so groß, dass Julia gar nicht fertig wurde um das Schloss herumzulaufen. Plötzlich bekam sie Angst und rannte zurück zur Eisblumen-prinzessin. Sie hörte laute Geräusche.

Viele Schlitten mit lautem Glockengeläute kamen aus dem dunklen Wald herausgefahren. "Was ist los?", fragte Julia. Da erkannte sie, dass es hunderte von Schneemännern waren, die auf ihren Schlitten angefahren kamen. "Was machen die vielen Schneemänner", fragte Julia. "Sie gehen zur Eiskönigin, die in dem Eisblumenschloss wohnt", antwortete die Eisprinzessin. In diesem Moment ertönte ein lautes Klirren, als würden viele Glasscheiben auf einmal zerbrechen und es wollte gar nicht mehr aufhören. Julia hielt sich die Ohren zu. Doch da sah sie wie sich plötzlich alle Türen vom Schloss öffneten und hunderte Schneemänner in das Innere rannten. Julia staunte und staunte darüber, was sie alles zu sehen bekam und sie wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Aber die Eisprinzessin konnte ihre Gedanken erraten und erklärte Julia, dass sich die Schneemänner jeden Tag bei der Eiskönigin viele Säcke mit Schnee abholten. Sie bringen den Kindern auf der Erde den Schnee, damit sie Schlittenfahren und Schneeballschlachten machen können.

Es dauerte nicht lange, da kamen alle Schneemänner wieder aus dem Schloss gerannt, jeder setzte sich mit einem Sack Schnee auf seinen Schlitten. "Warum fahren die nicht los?", fragte Julia. "Sie warten auf das Zeichen der Eiskönigin", sagte die kleine Eisprinzessin. In diesem Moment ertönten viele Glocken und die Eiszapfen an den Türmen klirrten. Die Eiskönigin kam aus ihrem Eisblumenschloss heraus in einem weißen, glitzernden Eisblumenkleid und an den Füßen hatte sie spitzige Schlittschuhe. In der Hand hielt sie einen langen Eiszapfen mit vielen Spitzen, der wie ein Stern ausschaute. Ihn hielt sie wie ein Zepter hoch zum Himmel und mit lauter Stimme rief sie: "Schneemänner fahrt alle los, bedeckt alle Wege und Straßen mit dichtem Schnee. Der Nikolaus und die Weihnachtsmänner sind unterwegs. Sie kommen mit großen Schlitten und wollen alle Kinder auf der Erde besuchen. Beeilt euch!" Die Schneemänner sausten alle auf ihren Schlitten davon und die Eiskönigin verschwand wieder in ihrem Eisblumenschloss.

"Julia, Julia", rief eine Stimme, "wach auf"! Da merkte Julia, dass ihre Mutter am Bett saß. "Du hast Fieber und du hast geträumt, Julia, "sagte die Mutter. "Ich habe dir eine Suppe mitgebracht", flüstere die Mutter leise. Aber Julia hatte keinen Hunger. Auf dem Tisch stand das Eisblumenlicht, das sie selbst gebastelt hatte. Die Kerze war angezündet und der Eisblumenstern leuchtet. Sie schaute es traurig an, drehte sich dann zur Seite und blickte zum Fenster.
Da hob sie ihren Kopf leicht hoch und fing an zu staunen und zu lächeln. "Mama, ich habe nicht geträumt. Die Eisprinzessin war wirklich bei mir." An Julias Fenster hingen viele Eisblumen und in der Mitte stand ein Eisblumenschloss mit vielen Eiszapfen, die von den Türmen hingen. Julia freute sich so sehr, dass sie gleich wieder einschlief.

 

 

 



"Gesang aus dem Tannenwald"

Zwischen Liedvorträgen des MGV wurde nachstehendes Gedicht vorgelesen:

Dä Wendsche Chrischtbaum.
Wenn et Johr te Enge cheät
un Chrischdach vör dr. Döre steaht
zauen seck de Wendschen oft.
Et wörd noch fix en Boum jekoft.
Twe Meter tiehn dat kümmet hean
un strack un stödig mut hä searn.

Dat Schmücken kunn die Frouen maken
Dat Schlonn im Bääch, is Männersake.

De Frou säet: Bilybe aber nit tu lange / ungerstoh deck, bliff nit hangen.

Wie dat abber meyschtens is
im düschteren Bääch han Mannslöy Schiss.
Un domet me die Angescht ock üthalen kann,
mutt me ‚n poar Korte jedrunken hann.

Vör jedem Boum wörd eer genommen
bes dat me dän richtigen hät jefungen.
Un was et en kippchen te vell vom Sprit
dann söyt dä Chrischtboum ock so ütt.

De Frou säet: „Doför, dat dat so lange duert
is dä Boum en wahnen Suerk.
Aber chöt et ock Schänge van dä Ahlen
Dä Boum wörd op jeden Fall behalen.
Hä is mit Liebe afjesäjet
is die Spitze ock verdräjet.

Hät me op Chrischtdach et Eatten verzehret,
dann wörd in der Stobe ersch eys bescheret.
Die Stimmung is choad, dr. Papen choad drop.
Hä maket tefrieden en Flasche seck op.

De Mama packet Jeschenke üt.
Se freuet seck un drinket mit.
Un beym säaßten Chlas Likör
säet Mama: Et fällt nir schwer.
Et i schanz säcker un jewiss
dat ues Boum dr schöenschte im Kerschpel is.

Moral:
Liebe Landsloy im Wendebachtal
itz kümmet vam Döynen die Moral:
Is et ock en ahlen Öem
im Dummel seann se alle schöen!
(Verfasser Georg Schulte)

 




"Adventliche Klänge"
Der Spielmannszug spielte adventliche und weihnachtliche Lieder und zwischen durch gab es die Geschichte:

Das Engelskind Anna
von Janah Kramer, Dezember 1995

Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde.
Der Weihnachtsmann lud alle Geschenke für die Menschenkinder auf seinen großen Schlitten. Der Schlitten sah sehr prächtig aus und er wurde von 7 Rentieren gezogen. Neben den Geschenkpaketen saßen 7 Engel, die dem Weihnachtsmann helfen sollten, die Geschenke zu verteilen. Im Himmel gab es ja ganze Scharen von Engeln, aber nur 7 Engel wurden für diese Heilige Nacht ausgewählt. In diesem Jahr war nun also die Wahl auch auf das Engelskind Anna gefallen.

Schon tagelang vorher war sie aufgeregt und sie träumte jede Nacht von der Fahrt mit dem herrlichen Rentierschlitten. Dann am Heiligen Abend war es endlich soweit. Die Rentiere hatten vor lauter Aufregung rote Nasen, und die Engel hatten ihre goldenen Flügel solange geputzt, daß sie jetzt im Sternenlicht wunderbar funkelten und blinkten. Hey, was machte das für einen großen Spaß mit dem Geschenkeschlitten durch den Himmel zu fliegen! Der Weihnachtsmann drehte sich zu seinen Engeln um, lächelte Anna freundlich an und blinzelte dabei mit den Augen, als ob er ihr etwas sagen wollte. Im nächsten Moment ging ein Ruck durch den Schlitten: eines der Rentiere hatte einen Schluckauf bekommen. Ein Rentier mit Schluckauf? Der Weihnachtsmann fing laut zu lachen an, und auch die Engel stimmten in das Lachen ein; das klang dann so, als würden Glocken klingen.

Da aber passierte es: eines der Pakete geriet in's Rutschen und als Anna danach greifen wollte, fiel auch sie vom Schlitten herunter. Schnell bewegte sie ihre Flügel, und sie schaffte es auch noch, das Paket aufzufangen. Als sie sich dann umschaute war der Schlitten schon weit davongefahren. Unter sich sah Anna aber schon die Häuser der Menschen. Und so landete sie erst einmal ganz sanft und leise auf der Erde.

Sie stand ganz verloren zwischen den Menschen. Das Paket in ihren Händen drückte sie fest an sich, so als könnte sie sich daran festhalten. Aber warum blieben die Menschen stehen? Manche schauten sie verwundert an, als könnten sie nicht glauben, was sie dort sahen. Wieder andere lachten Anna einfach nur aus! Warum nur? Anna sah doch genauso aus wie ein Menschenkind. Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen!

Anna schaute verlegen auf den Boden und wünschte sich ganz fest, daß ihre Flügel unsichtbar wären. Und mit einem mal gingen die Menschen achtlos an ihr vorbei, denn ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen. Der Schlitten mit dem Weihnachts-mann würde erst in einem Jahr wieder zur Erde kommen. Solange mußte Anna erst einmal bei den Menschen leben. Es fiel ihr nicht leicht, aber es gab sehr nette Menschen, die ihr halfen. Sie lernte aber auch, daß es Kriege zwischen den Menschen gab; und auch Haß, Neid, Hunger und Kälte. Ganz schlimm war es, wenn Anna traurige Menschen sah. Dann wurde auch sie traurig. Zuhause bei den anderen Engeln gab es so etwas nicht. Alle Engel waren immer freundlich und nett, und es gab niemals Streit.

Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen lebte, und sie manchmal sehr traurig war, geschah es eines Tages : Anna weinte!

Ein junger Mann sah ihre Tränen und er nahm Anna in seine Arme. Er gab ihr soviel Wärme und Geborgenheit, daß die Tränen bald trockneten, und nach einer kleinen Weile schenkte Anna ihm ein himmlisches Lächeln als Dank. Da wurde auch der junge Mann glücklich und froh. Sie wurden Mann und Frau, und lebten glücklich miteinander.

Es war aber fast ein Jahr vergangen und die Weihnachtszeit kam wieder heran. Der Weihnachtsmann würde mit seinem Schlitten zur Erde kommen und Anna würde wieder zu den anderen Engeln in den Himmel zurückkehren. Sie hatte aber ihren Mann sehr lieb gewonnen und wollte ihn nicht verlassen. So schrieb sie eines Tages wie die anderen Menschenkinder einen Brief an den Weihnachtsmann.

" Lieber Weihnachtsmann!
Das Leben hier auf der Erde ist nicht immer so schön wie bei deinen Engeln im Himmel. Aber ich habe einen lieben Mann und Freunde, die alle traurig wären, wenn ich von hier fort müßte. Es gibt auch noch so viele traurige Augen, in die ich ein Lächeln zaubern möchte, so viele traurige Herzen, die ich fröhlich machen möchte...
Ich kann hier einfach nicht weggehen, kannst Du das verstehen?

Dein Engelskind Anna

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

" Mein lieber Engel Anna!
Seit langer, langer Zeit schon komme ich mit meinem Schlitten zur Weihnachtszeit zu den Menschen auf die Erde.
Und jedesmal ist ein kleiner Engel vom Schlitten gefallen... Die Menschen brauchen diese Engel. Ohne sie wäre das Leben auf der Welt noch ein bißchen kälter, noch ein bißchen trauriger. Bleib' bei den Menschen, Anna, sie brauchen Dich! Wie lange Du noch bleiben kannst, kann auch ich Dir nicht sagen. Irgendwann wirst auch Du gehen müssen, wie alle anderen Menschen auch. Aber ich verspreche Dir, daß ich dann einen anderen Engel zur Erde schicken werde, damit Dein Mann und Deine Freunde nicht allzu traurig werden.
Und denke immer daran: vielleicht ist ein Mensch, der Dir begegnet, auch ein Engel.
Ein Engel mit unsichtbaren Flügeln.

Dein Weihnachtsmann

 

 



"Weihnachtsbeleuchtung"

Sonntag, 1. Advent, 10 Uhr
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg lässt die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus. Die Freude ist groß.
10:14
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des zehnarmigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.
19:03
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst noch arglos.
20:17
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogenfilmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
20:56
Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur vorweihnachlichen Stimmung beizutragen, und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensamble "Metropolis", das zu den Leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 Meter hohe Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt.
21:30
Im Trubel einer Julklubfeier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.
21:50
Der 85jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs "Varta Volkssturm" den Stern von Betlehem an die tiefhängende Wolkendecke.
22:12
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapor Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmayer gelandet.
22:37
Die NASA-Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.
22:50
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerkes Sottrup-Höcklage. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.
23:06
In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23:12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23:12:14
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verstörte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

 

 

"Was heißt den hier 'Fröhliche Weihnachten'?"

Der Esel und der Ochse unterhalten sich:

Esel: Guten Appetit!

Ochs: He, was soll denn das? Esel können doch überhaupt nicht reden! Ich dachte immer du kannst nur I-aah schreien

Esel: Quatsch, ich habe schon geredet, da warst du noch ein kleines Kälbchen. Ich rede nie, wenn Menschen in der Nähe sind. Denn die sind furchtbar aufgeregt, wenn sie Tiere reden hören. Die Menschen denken auch, dass wir sie nicht verstehen können.

Ochs: Oh ja, da hast du recht. Ich höre den Menschen gerne zu. Obwohl ich im Moment nur selten einen Menschen zu Gesicht bekomme. Die sind alle so gestresst. Das liegt wohl an der Vorweihnachtszeit.

Esel: Vorweihnachtszeit – wenn ich das Wort schon höre wird mir ganz anders. Schon vor dem ersten Advent fangen die Menschen an Geschenke zu kaufen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele bunte Päckchen sie in ihre Häuser schleppen. Und ist dir mal aufgefallen, dass wir in der Vorweihnachtszeit auch nur notdürftig versorgt werden?

Ochs: Natürlich ist mir das aufgefallen. Ich dachte zuerst, dass ich mich schlecht benommen habe, oder dass die Menschen mich nicht mehr mögen. Aber ich habe nichts falsch gemacht! Die Menschen habe nur so unglaublich viel Stress. Da vergessen sie uns. Wir stehen ja auch nur im Stall und nicht in einem der prächtig geschmückten Zimmer ihrer Häuser.

Esel: Hast du gesehen was auf den Tischen in Wohnzimmern und Küchen steht? Teller voller Süßigkeiten. Schokolade, Plätzchen, Lebkuchen, Christstollen. … Und auch wenn die Menschen vor lauter Weihnachtsgeschenkeshopping keine Zeit zum Backen haben. Sie kaufen die Plätzchen einfach im Supermarkt. Praktisch ist das. Und zeitsparend.

Ochs: Aber ist das denn schön? Wenn ich die ganze Familie in der Küche sehen, wenn es nach Plätzchen duftet und alle fröhlich sind – das ist für mich die Vorweihnachtszeit.

Esel: Aber dafür ist halt einfach keine Zeit mehr. Und überhaupt, auch den Weihnachtsschmuck kann man im Supermarkt kaufen, dann muss man nicht mehr basteln. Das spart Zeit.

Ochs: Und was machen die Menschen mit all der eingesparten Zeit?

Esel: Geschenkeshopping und ganz oft auf den Weihnachtsmarkt gehen. Dort sind die Menschen glücklich. Sie können viele verschiedene Dinge essen, Glühwein oder Kakao trinken und sie können…

Ochs: Geschenke einkaufen. Na wunderbar. Dann besuchen die Menschen also diesen kunterbunten, vollen, blinkenden Weihnachtsmarkt und sind fröhlich. Aber wo bleibt denn die schöne, gemütliche Zeit?

Esel: Die schöne, gemütliche Zeit ist futsch. Man feiert Weihnachten nicht mehr so wie damals, als ich die Frau und den Mann hierher getragen habe. Weißt du noch, wie das damals war?

Ochs: Oh ja, bitterkalt war es. Und dann hast du dich mit diesen beiden Menschen in unseren Stall gedrängt. Die Frau war hochschwanger und plötzlich war da dieses Kind. Dem Kind musste ich dann auch noch meine Krippe geben. Phhh, so etwas unverschämtes. Und als sei das noch nicht genug kamen immer mehr Menschen, und brachten sogar ihre Schafe mit. Man, war das eng. Aber irgendetwas war anders.

Esel: Die Menschen haben alle ganz glücklich auf den Kind geschaut. Und sie haben gemeinsam gesungen. Und dann ist der miesepetrige Wirt mit Essen und Getränken gekommen und hat gelächelt, als er das Kind gesehen hat. Alle waren fröhlich. Das grade geborene Kind hat sie fröhlich gemacht.

Ochs: Esel, falls du es noch nicht bemerkt hast: Demnächst wird der Geburtstag des Kindes schon wieder gefeiert. Zum zweitausendundnochwasten Mal. Nur, dass die Menschen anscheinen nicht mehr fröhlich genug werden, wenn sie an das Kind denken. Ich konnte ja noch verstehen, als die Menschen angefangen haben die Geburt des Kindes mit kleinen Geschenken zu feiern. Und es sich mit ihrer Familie und ihren Freunden gemütlich gemacht haben. Und gemeinsam gekocht haben. Und gebacken. Aber heute?! Um fröhlich zu sein brauchen die Menschen jetzt haufenweise bunte Geschenke. Und laute Weihnachtsmärkte. Und Stress.

Esel. Meinst du wir sollten den Menschen sagen, dass all das überflüssig ist? Dass der Geburtstag des Kindes allein schon fröhlich macht?

 

 

 


"Es blüht eine Rose"

Gedanken zur „Christrose“:
Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze und alloe Nieswurze sind giftig.

In der Homöopathie gilt sie als Heilpflanze - Bronchitis, Fieber

Das immergrüne Gewächs inspirierte die Lyrik und Sagenliteratur durch ihre Fähigkeit, im tiefen Winter zu blühen und einen zarten Duft zu verströmen.

Diese Lebendigkeit in der vermeintlichen Vegetationspause wurde oftmals mit dem Weihnachtsfest vielschichtig in Zusammenhang gebracht und religiös überhöht.
Die Christrose wurde so zum Symbol für die Menschwerdung Christi, dem Licht in der Dunkelheit.

In weltlicher Deutung gilt die Schneerose meist als zeitiger Vorbote des neuen Jahres


„Es ist ein Ros entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
Maria ists die reine,
die uns das Blümlein bracht-
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

Das Blümelein, so kleine,
das duftet uns so süß,
mit seinem hellen Scheine
vertreibts die Finsternis:
Wahr Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod-

 

 

 

 

"Luzia, die Lichterkönigin"

Die Texte im Advent sprechen von der Sehnsucht nach dem, der von sich sagt, dass er das Licht der Welt ist, Jesus Christus. Er, der Licht und Heil in die Welt gebracht hat, er will das Licht und das Heil unseres Lebens sein.
Licht prägt das religiöse Brauchtum im Advent. Jeden Sonntag entzünden wir in dieser Zeit ein neues Licht an unserem Adventskranz.

In der Adventszeit werden die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger. Erst mit dem Weihnachtsfest kehrt sich diese Entwicklung um, werden die Tage wieder länger. Weihnachten als Sieg des Lichtes über die Finsternis.

Beten wir darum, dass in dieser Adventszeit das Licht Jesu Christi wieder neu in uns hell wird und dass dieses Licht auch für andere scheint, damit die Adventszeit eine segensreiche Zeit wird; für uns und für alle Menschen.

Gebet:
Guter Gott,
am heutigen Abend sind wir zusammengekommen um Ruhe zu finden.
Du hast uns mit der Geburt Deines Sohnes Licht in die Welt gebracht.
Wir bitten Dich:
Sei bei uns mit Deiner Nähe und Deinem Licht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Wir wollen am heutigen 3. Advent von einem Brauchtum aus Schweden erzählen.
In diesem Land wird es im Winter auch tagsüber kaum hell und die Sehnsucht nach einem Licht in der Dunkelheit ist hier dann noch größer als bei uns.
Am 13. Dezember, dem Namenstag der heiligen Luzia, wird dort das Luzia-Lichterfest gefeiert.

Grundlage hierfür ist die Legende von der Heiligen Luzia. Sie lebte um das Jahr 300 auf Sizilien. In jener Zeit mussten sich die Christen vor der Verfolgung durch den römischen Kaiser in Höhlen tief unter der Erde verstecken. Luzia brachte diesen Menschen nachts Lebensmittel in ihre Verstecke. Damit Luzia beide Hände zum Tragen der Speisen frei hatte, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf um in der Nacht den Weg zu finden. So wurde auch Luzia für viele Menschen in Not ein Licht der Hoffnung in der Dunkelheit.

Doch nun zum schwedischen Lichterfest:
Ein weiß gewandetes Mädchen geht, geschmückt mit einem Lichterkranz im Haar, durch die Straßen. Es ist Luzia – die Lichterkönigin. Begleitet wird sie von weiteren, ebenfalls in weiß gekleideten Mädchen und Sternenjungen. Auch der ein oder andere Wichtel, genannt Tomte ist im Lichterzug vertreten.

Mit Kerzen, die sie in den Händen tragen, entzünden sie weitere Lichter und sprechen dazu einen Segenswunsch.

Ein Licht will ich aufstellen in dieser dunklen Zeit. Es soll mir leuchten, damit ich die Menschen nicht übersehe, die um mich sind.

Mein Licht soll für Alle, die in Streit leben, zu einem Licht der Versöhnung werde.

Mein Licht soll jeden, der es sieht, friedvoller und zufriedener machen.

Mein Licht will ich mit anderen teilen, damit es auch ihnen hell und warm wird.

Mein Licht soll den Menschen Hoffnung geben, wenn sie es sehen. Sie sollen

Wissen: Da ist jemand, der lässt mich nicht allein.

Dieses Licht soll mir leuchten, damit ich nicht vom Weg abkomme,
damit ich mich nicht verirre.

Herr Jesus komm du mit deinem Licht zu mir, sei du mein Licht.

Abschließendes Gebet
Wenn uns Sorgen plagen, wir verzweifeln,
wird es für uns dunkel, eng und traurig.
Es wird finster und kalt.

Advent sagt uns:
Es gibt ein Licht dass dich aus der Dunkelheit führt;
Du bist nicht allein.
Advent heißt: Gott lässt Dich nicht allein.
Er möchte kommen und die Tür Deines Herzens öffnen.

Im Advent bitten wir Gott:
Sei unser Licht in der Dunkelheit;
komm und öffne uns die Türen, die wir selbst
nicht öffnen können, von Deiner Seite her.
Amen.

 

 

 

 


 



"Winterwunderwelt"

Markt und Strassen stehen verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehen und schauen,
sind so wunderstill beglückt

Und ich wandere aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
hehres Glänzen, heiliges Schauern!
wie so weit und still die Welt!

Sterne hock die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigts wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit

(Josef von Eichendorff
)

 



"Warum das schwarze Schaf in der Krippe blieb"

Diese Geschichte kennt kaum jemand. Und das hat seinen Grund: Schwarze Schafe sieht man nachts nämlich schlecht – und in einem dunklen Stall schon gar nicht. Doch das kann manchmal richtig nützlich sein...


Die Hirten auf dem weiten Feld vor Bethlehem mochten Samy, das schwarze Schaf, nicht
gern. Obwohl Samy das Einzige und somit eigentlich etwas Besonderes war. Schwarze
Wolle brachte keinen guten Preis, weil man sie schlecht färben konnte.

Die weißen Schafe hingegen hegten und pflegten die Hirten. Deren Wolle konnte man nach
Belieben einfärben. Rot, gelb, blau, ... wie es eben gerade Mode war. Das kam gut an bei
den Leuten und brachte den Hirten Geld ein. Schwarze Wolle blieb schwarz. Da war nicht
viel zu machen.

Und so musste sich Samy einiges gefallen lassen. Nicht nur die Hirten ließen es meistens
links liegen oder tobten ihre schlechte Laune an ihm aus. Auch die weißen Schafe waren
nicht besonders nett zu ihm. Sie blökten schlecht über Samy, traten ihm unauffällig gegen
seine dünnen Beine, schubsten ihn vom Futtertrog oder von den Stellen mit dem fetten Gras
weg und erzählten ihren Jungen, dass es die Bosheit wäre, die ein Schaf schwarz werden
lässt. Oder die Dummheit.

So blieb Samy ein Einzelgänger und dazu noch ziemlich dünn. Das war nun wiederum sein
Glück, denn sonst wäre er längst beim Metzger gelandet... „Aber nicht einmal dazu taugt
es!“, schimpfte der älteste der Hirten vor sich hin.

An jenem Abend, als ihnen der Engel erschien, schliefen die meisten bereits. Doch diese
Geschichte kennt wohl jeder. Was nicht allen bekannt ist: Samy war auch dabei, als die
Hirten das Kind im Stall und seine Eltern besuchten und Geschenke brachten – auch
weiße, weiche Wolle.

Samy war neugierig, hatte aber Angst, die Hirten und anderen Schafe würden ihn nicht
nach vorne lassen. So drückte er sich zwischen Josef, dem Ochsen und dem Esel vorbei in
eine Ecke des Stalls. Von dort konnte er alles genau beobachten. Vor allem das Christkind.
Und einmal blinzelte es ihm sogar zu! Samy war selig.

Irgendwann wurde Maria das Getümmel der Schafe und Hirten zu bunt. Das Kind braucht
dringend Schlaf – und sie selbst vielleicht noch viel mehr – nach all den Strapazen.
Außerdem wollten die drei Könige ja auch noch kommen. Also schmiss Maria kurzerhand
alle Gäste, Menschen und Schafe, aus dem Stall. Sie schloss die Tür, stillte das Baby, legte
es in die Krippe, kuschelte sich an Josef, löschte dessen Laterne aus und schlief ein.

Aber den Samy hatte Maria einfach übersehen. Er war ja schwarz. Und im Stall war es trotz
Laterne ziemlich duster – in der Ecke, in der Samy kauerte, erst recht...
Als auch Ochs und Esel leise schnarchten, pirschte sich Samy leise bis an die Futterkrippe
vor, in der das Christkind lag. Sachte stupste Samy das Baby mit seiner warmen, feuchten
Nase an. Es war noch wach und schmiegte sich an Samys flauschigen Kopf. Die kleinen
Hände griffen in das weiche Fell – Samy traute sich kaum, zu bewegen. So hielt er das Kind
mit seinem Atem und mit seiner warmen Wolle kuschelig warm. Bis zum Morgen.

Und weil Jesus sich auf Anhieb mit dem schwarzen Schaf so gut verstand, schlossen ihn
auch Maria und Josef schnell ins Herz. Samy durfte bleiben. Er stand ab jetzt neben Ochs
und Esel im Stall.
Von da an hatte das Christkind ein Herz für schwarze Schafe. Denn oft sind gerade die ja
die Nettesten.




"Heimatliche Sterne"
Text folgt noch



"Kerze"
"Die Geschichte vom Weihnachtslicht"

Als die Engel den Hirten auf dem Feld verkündet hatten, dass in einem Stall in Betlehem ein König geboren worden war, liefen die Hirten aufgeregt umher. Sie suchten nach einem Geschenk, das sie dem Kind mitbringen konnten. „Ich bringe ihm ein Schafsfell, damit es weich liegt", sagte der eine. „Ich schenke ihm meine Weste, damit es nicht frieren muss", rief der andere.

Nur der kleine Hirtenjunge hatte keine Idee. Er war so arm, dass er nichts hatte, was er dem Kind schenken konnte. Verzweifelt lief er in den Stall, zündete eine kleine Kerze an und suchte in seiner Schlafecke, ob er nicht doch eine Kleinigkeit fand. Doch da war nichts. Traurig setzte sich der Hirtenjunge auf den Fußboden.

„Warum siehst du so traurig aus?“, fragte ein Hirte, in den Stall gekommen war. „Die Engel haben doch gesagt, dass wir uns freuen sollen.“ „Ich habe nichts, was ich dem Kind schenken könnte“, sagte der Junge. „Das sehe ich aber anders,“ antwortete der große Hirte. „Du hältst dein Geschenk doch in der Hand!“

„Du meinst, ich soll ihm eine Kerze schenken?“, fragte der Junge ungläubig. „Ja, warum nicht?“, entgegnete der Hirte.

Der Junge stand auf und folgte dem großen Hirten nach draußen. Er legt seine Hand schützend um die Flamme, damit sie nicht ausging. Als die Hirten in Bethlehem ankamen, fanden sie den Stall.
Es war kalt und dunkel darin.

Kaum dass der kleine Hirtenjunge den Stall betreten hatte, breitete sich das warme Licht seiner Kerze im Stall aus. Alle freuten sich über das kleine Licht; das den Stall erhellte: die Hirten, Maria und Josef – ja, sogar die Tiere schienen sich zu freuen.

„Das Weihnachtslicht war das schönste Geschenk“, waren sich die Hirten einig, als sie später zurück zu ihren Schafen auf dem Feld gingen. Als er sie so reden hörte, wurde der kleine Hirtenjunge glücklich und froh.

 

 




"An einem Wintertag"

"Schlittschuh fahren in der Wüste"

Piet putzte die Kufen der Schlittschuhe, die in der Wüstensonnne silbern funkelten. Die Schlittschuhe hatte ein arabischer Scheich als Bezahlung in der kleinen Oase zurückgelassen. Denn die Goldtaler waren ihm ausgegangen. Seither hatte Piet nur einen einzigen Wunsch: Er wünschte sich, dass der Teich der kleinen Oase in diesem Winter zufror. „Was willst du bloß mit den Schlittschuhen?“, fragte Onkel Jermies zum dreihundertsten Mal. „Seit ich denken kann, ist in der Wüste noch nie ein See zugefroren. Noch nie!“

Damit ging er die Kamele füttern. Es war der zwanzigste Dezember. „Dieses Jahr ist es anders!“, sagte Piet. Er schaute zum stahlblauen Himmel auf. „Lieber Weihnachtswichtel“, murmelte er. „Bitte lass mich nicht im Stich. Nur einmal im Leben will ich Schlittschuh laufen.“ Mit ernstem Gesicht stand Willem Weihnachtswichtel vor Petrus. Der heilige Mann schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Eis und Schnee in der Wüste?“, stieß er entsetzt aus. „Mein lieber Weihnachtswichtel, wie stellst du dir das vor?“

Wichtel Willem nickte. „Du hast ja Recht. Aber immerhin ist Weihnachten. Noch nie hat der kleine Piet sich etwas so sehr gewünscht. Und außerdem: Er ist doch fast dein Patenkind.“ Der alte Petrus raufte sich die grauen Haare. Er wusste schon , was Wichtel Willem meinte: Der kleine afrikanische Junge hieß Piet. Das kam von Petrus. Und wenn jemand Peter oder Piet hieß, fühlte der heilige Petrus sich ganz besonders für ihn verantwortlich. Doch diesmal schüttelte Petrus den Kopf. „Es geht nicht“, sagte er. „Da könnte ja jeder kommen. Nein heißt Nein. Und damit basta!“ Grummelnd verschwand er in seiner Wetterwerkstatt. Die Wetterwerkstatt des heiligen Petrus war eine ganz besondere Werkstatt. Riesige Zahnräder drehten sich hier schnurrend ineinander. Aus gigantischen Töpfen brodelte dichter Nebel hervor. Weiter hinten stand die Blitzmaschine. Das Schönwettermodul konnte man nur mit Sonnenbrille betrachten, denn es strahlte wie sieben Sonnen.

Und da hinten, gleich neben der Schneemaschine, schaute das wichtigste Teil der Wetterwerkstatt hervor: die riesige Wetterschraube. An der durfte niemand drehen – nicht einmal Petrus selbst. Nie und auf keinen Fall! Petrus nahm den riesigen Schraubenschlüssel in die Hand. Er passte genau auf die Wetterschraube. Petrus dachte lange nach. Doch endlich legte er den Schraubenschlüssel wieder an seinen alten Platz zurück. „Was nicht geht, das geht nicht“, brummte er mit gerunzelter Stirn. Die Nacht zum einundzwanzigsten Dezember war eisig kalt. Bei minus drei Grad kuschelte Piet sich tief unter seine Kamelhaardecke. Und als er die Augen schloss, träumte er von Schnee und glitzerndem Eis. Doch kaum ging die Sonne auf, lag die kleine Oase wieder in brütender Hitze. An Eis war überhaupt nicht zu denken. Sogar die Kamele schwitzten. Onkel Jeremies grinste Piet entgegen, als er mit seinen Schlittschuhen vors Zelt trat. „Wünsch dir doch etwas anderes“, schlug er vor. „Eine Sandrose zum Beispiel. Oder eine Wüstenspringmaus. Die bekommst du hier eher als ausgerechnet Schnee.“

Doch Piet sagte zuversichtlich: „Ich muss es mir nur fest genug wünschen.“ Die Nacht zum zweiundzwanzigsten Dezember war so kalt, dass Piet kleine Schwester Marita zu ihm unter die Kamelhaardecke schlüpfte. Aber als Piet morgens aus dem Zelt kroch, strahlte die Wüstensonne grell und heiß. Und der kleine Teich war kein bisschen zugefroren. „Wenn du willst, schenke ich dir meine Kokoshaarpuppe zu Weihnachten“ tröstete Marita ihn. Da musste Piet sehr schlucken. Nicht einmal seine kleine Schwester glaubte mehr daran, dass er in diesem Winter Schlittschuh laufen würde. Am dreiundzwanzigsten Dezember war Piet schon vor Sonnenaufgang wach. Tief in seine Kamelhaardecke eingemummelt lag er unter dem Sternenhimmel und beobachtete, wie das Morgenrot den Himmel rot färbte. Noch lag eine eisige Kälte über den Sandhügeln. Piet war voller Hoffnung. Heute musste es einfach klappen! Doch kaum stieg die Sonne höher, flirrte die Luft vor Hitze und der Sand wurde so heiß wie Feuer.

Schnell warf Piet die Kamelhaardecke von sich und rettete sich in den kühlenden Schatten einer Palme. Dort saß Onkel Jeremias mit dem kleinsten Kamel. „Afrika liegt eben nicht am Pol“ , sagte er. Und das Kamel sah aus, als ob es lachte. „Ihr werdet euch alle noch wundern“ , sagte Piet. Aber die Wahrheit war, dass er selbst nicht mehr daran glaubte. Vielleicht konnte ein See in der Wüste eben nicht zufrieren! Dann würde er nie im Leben Schlittschuh laufen. Am nächsten Morgen wurde Piet davon wach, dass jemand aufgeregt seinen Namen rief. „Piet! Komm schnell!“ Es war Marita. Verschlafen steckte Piet seine Nasenspitze aus dem Zelt. Und dann bekam er riesengroße Augen. Denn da rutschten Onkel Jeremies, Marita und das kleine freche Kamel auf dem Teich herum, der vollständig mit Eis bedeckt war. Der Vater und die Mutter hatten sich warme Schals umgebunden und sahen staunend zu. Über ihnen hing eine kleine Wolke, die die heiße Wüstensonne verdeckte. Eilig griff Piet sich seine Schlittschuhe und lief so schnell zum Teich hinunter, dass er mehrmals in den Sand purzelte.

Am Teich schnallte er sich die Schlittschuhe an. Und dann glitt er übers blanke Eis. Piet lief so sicher auf dem Eis, als wäre er mit Schlittschuhen an den Füßen geboren worden. Und Marita sagt stolz: „Das wusste ich gleich. Schließlich ist Piet mein großer Bruder!“ Piet drehte einen Kreisel nach dem anderen. „Danke, lieber Weihnachtswichtel!“, jubelte er dazu. Da fing es aus der kleinen Wolke an zuschneien. Es war wirklich das weißeste Weihnachten, das die Bewohner der kleinen Oase je erlebt hatten. Das sagt sogar Onkel Jeremies. Für jemand anderen aber wurde es das arbeitsreichste Weihnachten, das er je erlebt hatte: nämlich für den heiligen Petrus. Denn ihm hatte es der kleine Piet zu verdanken, dass er am Heiligen Abend Schlittschuh laufen konnte. Petrus konnte einfach nicht mit ansehen, wie enttäuscht Piet war. Und so hatte er zuletzt doch noch an der großen Wetterwerkstatt wieder Ordnung zu schaffen.

Überall herrschte ein schauderhaftes Durcheinander. Der Eisbär am Nordpol trieb im warmen Wasser auf einer schmelzenden Eisscholle. Die Rentiere in Lappland stemmten sich in ihrem dicken Winterpelz gegen einen Sandsturm an. Und in Köln schwappte der Rhein über die Ufer – am Heiligen Abend, kurz vor der Bescherung! Es war wirklich zumDavonlaufen. Der heilige Petrus drehte die Wetterschraube mit allen Kräften. Vergeblich. Aber plötzlich, mit einem Mal, ertönte ein rostiges Schnarren, dass die Weltkugel erbebte, und Petrus setze sich auf den Hosenboden. Ein erleichtertes Lächeln lief über Petrus` Gesicht. „Geschafft!“, brummte er.

Und tatsächlich: Die Scholle, auf der der Eisbär durchs Polarmeer trieb, wurde wieder größer. Der Sandsturm in Lappland verwandelte sich in ein Schneetreiben und das Rheinwasser begann langsam zu sinken. Zur selben Zeit löste sich in der heißen Sonne Afrikas eine kleine Schneewolke in Nichts auf. Und Piet schnallte, müde, aber überglücklich, seine Schlittschuhe ab. Petrus wischte sich die letzten Schweißperlen von der Stirn und legte endlich den großen Schraubenschlüssel zur Seite. Im selben Moment schaute Weihnachtswichtel Willem zu Tür herein. „Frohe Weihnachten, Petrus! Kommst du jetzt auch? Die Arbeit ist getan, wir warten alle schon auf dich. Lass uns Weihnachten feiern.“ Petrus betrachtete die Blasen an seinen Fingern und nickte erschöpft. „Nichts lieber als das.“ Und als er die große Werkstatttür hinter sich abschloss, hörte er schon die Engel singen.

Gedicht:
Die stillen Tage

Wir backen Plätzchen – hören Weihnachtslieder,
vier Kerzen schmücken unsren grünen Kranz.
Die stillen Tage - sie beginnen wieder,
die Welt erstrahlt im hellen Lichterglanz.

Verzaubert lauschen Kinder den Geschichten
von Jesu Christ - geboren einst im Stall.
Von seinen Wundern weiß man zu berichten,
sein Tun wirkt weiter hier und überall.

Zu seiner Ehr´ wird Geben groß geschrieben -
an Einsame und Kranke man jetzt denkt.
Man ist bereit den Nächsten auch zu lieben
und wird durch frohe Augen reich beschenkt.

Ach, dass der Frieden dieser stillen Tage
uns Menschen doch durchs ganze Leben trage.

 

 

 


"Das perfekte Herz"

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: “Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines.” Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.

Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken…..genauer… an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.

Die Leute starrten ihn an. Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie? Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: “Du musst scherzen”, sagte er, “Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.”

“Ja”, sagte der alte Mann, “Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige rauhe Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen.

Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?”

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.

 

 



"Der kleine Sternenengel und die Hoffnung"

Eine Geschichte nicht nur zur Weihnachtszeit …
Es war einmal ein kleiner Engel, der hatte viele kleine Sternchen auf seinem Gewand. Es waren so viele, dass keiner sie zu zählen vermochte. An manchen Tagen leuchteten und blinkten sie alle zusammen um die Wette, dann nämlich, wenn der kleine Sternenengel glücklich war. Manchmal funkelten weniger Sterne auf seinem Kleid. Dann war der kleine Engel nicht ganz so froh.

Es gab auch Tage, da sah man keinen einzigen Stern auf seinem Gewand. Das waren die Tage, an denen der kleine Engel traurig war. Auch einem Engel konnte dies nämlich passieren. Das war schlimm, denn wenn der kleine Sternenengel traurig war, musste er weinen, und wenn er weinte, purzelten die Lichtgeister, die für das Sternenfunkeln verantwortlich waren, wie Tränenbäche aus seinem Gewand. Leider passierte dies oft, denn der kleine Sternenengel war oft traurig.
“Du darfst nicht so viel weinen!”, sagten seine Gefährten.
“Aber ich bin so oft traurig!”, klagte der kleine Engel.
Das konnten die anderen Sternenengel nicht verstehen. “Warum bist du so oft traurig?”, fragten sie. “Am Himmel im Dunkeln zu funkeln macht doch Freude!”
Der kleine Sternenengel schüttelte den Kopf. “Wie kann ich mich freuen, wenn ich auf die Erde sehe?”, fragte er. “So viel Not herrscht dort und so viel Elend. Wie kann ich da fröhlich funkeln?”
“Das Erdenelend macht dich traurig?”, fragte einer der Engel.
“Was geht es uns an?”, meinte ein anderer.
“Die Erde ist so weit weg!”
“Unser Job ist das Leuchten!”

Die Engel waren sich einig.
“Licht soll Hoffnung bringen”, murmelte der kleine Engel, doch es hörte ihm keiner mehr zu. Und während seine Gefährten miteinander um die Wette funkelten, spähte er wieder auf die Erde hinab. Sogleich fiel sein Blick dorthin, wo Not herrschte: Er sah einen Mann und eine Frau. Sie schienen arm zu sein. Die Frau erwartete ein Kind. Müde schleppten sie sich durch die Straßen einer Stadt, aber da war niemand, der sie aufnahm. An allen Türen wurden sie abgewiesen. Als sie sich in einem dunklen Stall zum Schlaf legten, zerbrach dem kleinen Engel fast das Herz vor Kummer. Zu gerne hätte er ihnen geholfen.

“Licht soll Hoffnung bringen”, murmelte er nochmals betrübt. “Ach, was kann ich bloß tun?”
Schon tropften die Tränen über seine Backen, und aus seinem Gewand purzelte ein Lichtgeist nach dem anderen, bis der kleine Engel kein einziges Sternchen mehr zum Funkeln übrig hatte. Da musste er noch mehr weinen. Wie gerne wäre ich jetzt in dem Stall bei diesen ungeliebten, armen Leuten, dachte er und schloss die Augen.
Auf einmal wurde es warm um ihn. Der kleine Engel blinzelte. Was war das? Verwundert sah er sich um. Helles Licht strahlte ihm entgegen, und von irgendwoher sang es.

“Was ist geschehen?”, murmelte er. “Wo bin ich?”
Er hörte ein leises Weinen. Da sah er das Kind. Es lag in einer Krippe. In einem Stall.
Das ist doch der alte Stall! dachte der kleine Engel und freute sich. Wie hell es hier war! Und der Mann und die Frau! Wie glücklich sie sich über die Krippe beugten und dem Kind zulächelten!
Der kleine Sternenengel fühlte, wie alles in ihm lachte.
“Die Hoffnung”, jubelte er. “Sie ist da!”
Und er spürte, wie das Licht zu ihm zurückkehrte und wie die Sternchen auf seinem Gewand zu funkeln begannen.

Der kleine Sternenengel war glücklich. Er warf einen liebevollen Blick auf das Kind, die Frau und den Mann und flüsterte:
“Danke.” Dann schwebte er funkelglitzerhell und hoffnungsfroh zum Himmel hinauf.
In dieser wundersamen Nacht strahlten die Sternchen auf dem Gewand des kleinen Engels heller als alle anderen Sterne am Himmel. Der kleine Engel war sehr froh, und er nahm sich vor, nie wieder die Hoffnung zu verlieren.

Er konnte aber nicht aus seiner Haut herausschlüpfen. Immer wieder entdeckte er Dinge, die nicht schön anzusehen waren und die ihn so traurig machten, dass er trotz aller Vorsätze weinen musste. Wie sollte er froh sein, wenn Menschen miteinander stritten, wenn sie böse zueinander waren und Kriege führten? Wenn sie hungerten, Not litten, einsam waren, Freunde oder ihre Heimat verloren? Ein Grund zum Traurigsein fand sich immer, und so landete der kleine Engel immer wieder weinend und frierend auf der Erde, weil er seine Lichtgeister verloren hatte. Aber wie durch ein Wunder fand er auch immer wieder ein Stück Hoffnung, und mit ihr kehrten die Lichtgeister auf sein Sternengewand zurück.
Auch in diesem Jahr hatte der kleine Sternenengel sein Licht verloren. Das war, als er in unserem Land Menschen entdeckt hatte, die eine neue Heimat suchten. Doch sie schienen nicht willkommen zu sein. Der kleine Engel sah Hass und Gewalt, und er hörte viele böse Worte.
“Wo sollen sie denn hin?”, empörte er sich. “Es ist doch genug Platz in diesem reichen Land!” Und weil er dies nicht begriff, musste er wieder weinen. Er weinte und … landete in einer Stadt mitten in einem hellen, warmen Lichtermeer. Viele Menschen, große und kleine, alte und junge, arme und junge, standen auf den Straßen,und jeder hielt ein kleines Licht in der Hand. Ein Licht gegen Hass und Streit und Gewalt. Es war eine funkelhelle Lichterkette, und auch die Menschengesichter strahlten hell und freundlich.
Der kleine Sternenengel lächtelte. “Die Hoffnung”, rief er. “Sie ist immer noch da!”

Da kehrten die Lichtgeister zu ihm zurück, und die Sternchen auf seinem Gewand funkelten. Der kleine Sternenengel blinkerte den Menschen einen Abschiedsgruß zu und kehrte zu seinem Himmelsplatz zurück. Er war zufrieden. Es gab sie noch immer, die Hoffnung. Und es würde sie auch immer geben…

 

 



"Die Geschichte vom kleinen Tannenbaum"

Ein kleiner Tannenbaum stand traurig im Wald. Es war kurz vor Heiligabend, die Leute aus dem Dorf hatten sich schon alle einen Tannenbaum aus dem Wald geholt. Nur ihn wollte niemand, traurig ließ er seine Nadeln hängen. Er hatte sich so bemüht, die Menschen auf sich aufmerksam zu machen, nichts, alles vergebens. Dabei wollte er doch auch einmal am Heiligabend so schön geschmückt werden, er wollte so gern ein Christbaum sein. Neben ihm stand eine alte Kiefer. Traurig fragte das Tannenbäumchen die Kiefer:“ Sag`, bin ich denn so hässlich, dass mich niemand haben will?“
Die alte Kiefer streichelte die kleine Tanne ganz lieb und brummte:„Nein, du bist wunderschön. Aber sei froh, dass dich niemand haben will! Du erlebst zwei wunderschöne Tage, dann ist alles vorbei und dein Leben ist zu Ende.“


Die kleine Tanne war aber trotzdem traurig, zu groß war der Wunsch, ein Christbaum zu sein, egal, was danach kam.

Plötzlich sah die Tanne einen Mann mit einem kleinen Mädchen, die sich suchend umsahen. Die kleine Tanne stellte ihre Nadeln auf, reckte und streckte sich, in der Hoffnung, dass das kleine Mädchen sie erblicken würde.
Das Mädchen lief auf die Tanne zu und sagte zu ihrem Papa: “Schau, die möchte ich haben!“ Der Vater besah sich die Tanne und nickte zufrieden. Ein bisschen Angst hatte die kleine Tanne nun doch, hatte ihr doch die Kiefer erzählt, dass man mit einer großen Axt auf sie einschlagen würde.

Aber nein, der Mann holte einen Spaten aus einem Sack sie gruben die kleine Tanne mit ihren Wurzeln aus.
Dann ging die Reise los. Zuhause angekommen, holte der Mann einen großen Blumentopf hervor und pflanzte die Tanne dort ein.
Am Heiligabend holte der Mann die Tanne ins Wohnzimmer. Er schmückte sie zusammen mit seiner Tochter! Sie behängten sie mit bunten Kugeln, Lametta, Engelshaar und einer hell strahlenden Lichterkette. Die Tanne war überwältigt, war das schön! Sie schwebte im siebenten Himmel. Das kleine Mädchen tanzte um die kleine Tanne herum und war überglücklich.
Dann kam der Weihnachtsmann und das erste, was er sagte, war:„ Was habt ihr für ein wunderschönes Christbäumchen!“

So verbrachte die kleine Tanne bis ins neue Jahr im Wohnzimmer, wurde von allen bewundert, die sie zu Gesicht bekamen.
Dann wurde sie abgeschmückt und der Mann trug sie in den Garten und pflanzte sie ein. Dort wartete sie bis zum nächsten Heiligabend.
Das Mädchen hat die Tanne dann jedes Jahr im Garten geschmückt und so wird es bleiben, bis, ja, bis…….?

 

 

 

"Stern - Sterntaler"

Pauline ging ein wenig verträumt durchs Leben. Eines Tages traf sie auf dem Heimweg von der Schule einen streunenden Hund, der sie aus traurigen Augen so hungrig anschaute, dass sie ihm ihr übrig gebliebenes Schulbrot schenkte. Der Hund schmiegte seinen Kopf dankbar an ihr Bein, bevor er mit dem Butterbrot verschwand.

Einige Zeit später sah Pauline im Park einen kleinen Jungen, der schluchzte und weinte. Warum weinst du so?", fragte Pauline. „Ich habe meinen Lieblingsbären verloren. Ohne meinen Heini kann ich bestimmt nie wieder einschlafen!" Da öffnete Pauline ihre Schultasche und zog einen kleinen Stoffhasen heraus. Man konnte sehen, wie lieb sie den Hasen hatte, denn er war schon ziemlich abgenutzt. „Hier, nimm mein Kuscheltier. Mit ihm zusammen konnte ich immer gut einschlafen. Ich werde bald zehn, deshalb komme ich bestimmt auch ohne den Hasen aus." Der Jungestammelte: „Das ist aber nett von dir“ – und lief schnell davon, damit das Mädchen es sicht nicht noch anders überlegen konnte.

Als Pauline in der Straße einbog, in der sie wohnte, sah sie Frau Schneider im Fenster sitzen. Sie grüßte freundlich und Frau Schneider öffnete das Fenster. Die beiden plauderten ein wenig. Die Nachbarin erzählte, dass sie das Laub im Garten nicht zusammenharken konnte, weil ihr der Rücken so weh tat. Da nahm sich Pauline die Harke und brachte den Garten in Ordnung.

Es dämmerte schon, als Pauline endlich zu Hause ankam. Ihre Mutter schimpfte, weil sie sich so sehr verspätet hatte. Zur Strafe musste sie ohne Abendessen ins Bett.
Da lag Pauline nun hungrig und ohne ihren Kuschelhasen und wartete traurig darauf, trotzdem einschlafen zu können. Als sie endlich der Schlaf über sie legte, hatte sie einen wunderbaren Traum:
Sie träumte, dass sie im Dunkeln durch einen Wald ging und plötzlich die Sterne vom Himmel fielen. Als die genauer hinsah, merkte sie, dass es lauter Goldmünzen waren.

Am nächsten Morgen konnte sich Pauline noch gut an den schönen Traum erinnern und machte sich fröhlich auf den Weg in die Schule. Der Morgen war frostig. Deshalb streckte sie ihre Hände in die Jackentaschen. Dort fühlte sie etwas Kaltes – und als sie es herauszog, sah sie, dass es eine glänzende
Goldmünze war.

 

 




"Die Aufgaben des Engel Gabriel"

"GABRIEL!" Die Stimme war überall zu hören. Man konnte sie gar nicht überhören.
Gabriel wusste das. Er wusste auch, dass es keinen Sinn hatte, nicht auf diesen Befehl zu reagieren oder vorzugeben, ihn nicht gehört zu haben (vor allem, da der Befehl nun schon zum dritten Mal erklang!). Missmutig stand Gabriel auf und ging in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Aber er ließ sich Zeit. Sicher sollte er wieder einen dieser lästigen Botengänge übernehmen.Dabei hätte es ein so schöner Tag werden können!
"Ja, HERR? IHR habt nach mir gerufen?"
"DREIMAL!", donnerte die Stimme.
"Entschuldigung, aber ich ..."
"DU BRAUCHST DICH NICHT ZU ENTSCHULDIGEN! JEDENFALLS NICHT JETZT, ABER WENN DAS NOCH EINMAL VORKOMMT, WERDE ICH WIRKLICH BÖSE!"
Das war nur eine leere Drohung, dass wusste Gabriel aus Erfahrung. "Was soll ich für EUCH tun?", fragte er resigniert.
"DU WIRST EINE BOTSCHAFT ÜBERBRINGEN. EIGENTLICH SIND ES DREI BOTSCHAFTEN, ABER SIE HABEN ALLE MITEINANDER ZU TUN UND DIENEN DEMSELBEN ZWECK. UND SIE SIND WICHTIG! ALS ERSTES SUCHST DU EINEN MANN AUF, ER WIRD DIR NICHT GLAUBEN UND DESHALB DARFST DU IHN EIN BISSCHEN BESTRAFEN. DANACH GEHST DU ZU EINER FRAU UND ALS DRITTES ..."
Als ER mit sprechen fertig war, riss Gabriel ungläubig die Augen auf. Er glaubte, seinen Ohren nicht zu trauen. Aber er wusste, es gab nichts mehr zu sagen.
Missmutig und zweifelnd ob der Plan gut war machte er sich auf den Weg zur Erde.
.
Als er endlich auf der Erde war, suchte er zuerst den Mann namens Zacharias auf, um ihm zu verkünden, dass seine Frau Elisabeth einen Sohn empfangen werde, der von Gott gesegnet sein wird.
Zacharias glaubte ihm nicht, aber darauf war er vorbereitet. Menschen hatten ohnehin die Angewohnheit, einem anderen nicht zu glauben. Vielleicht lag es daran, dass sie selbst so viel logen, und dass sie dadurch jedes Vertrauen in andere Personen verloren.
Ein bisschen bestrafen? Nun gut, wenn der Mann nicht mehr sprechen konnte, dann würde er auch nicht lügen, obwohl er nicht mit Sicherheit wusste, ob dieser eine Mensch nicht vielleicht doch ein ehrlicher war. Er erklärte ihm, dass er erst wieder sprechen könne, wenn sich seine Ankündigung bewahrheitet habe.
Dann hatte er ein bisschen Zeit. Was sollte er sechs Monate tun, bis er seinen nächsten Auftrag erfüllen sollte? Er beschloss, dass er sich das Land ansehen sollte, um einen besseren Überblick zu bekommen.
Als die Frist verstrichen war, suchte er die junge Frau auf, die Maria hieß.
Er trat durch die niedrige Tür in ihrem Haus und brauchte dann eine Weile, um sich an das Halbdunkel im Raum zu gewöhnen. Die Fensterläden waren noch geschlossen. Als er halbwegs etwas sehen konnte, machte er einen Schritt weiter in den Raum hinein und stieß sich den Kopf an einem Deckenbalken. Er vergaß immer wieder, wie klein die Menschen waren.
Mit großer Mühe unterdrückte er einen Fluch und sah die junge Frau an, die erschrocken vor ihm stand und zu ihm aufsah. Sie war nicht sehr groß. Aber hübsch.
"Sei gegrüßt, Begnadete, der HERR ist mit dir."
Sie erschrak noch mehr, das konnte er an ihren Augen sehen, die weit aufgerissen waren. Obwohl er sich gar nicht vorstellen konnte, was sie so erschreckte. Es war schließlich ein Privileg, mit dem Besuch eines Engels geehrt zu werden!
"Hab keine Angst!", versuchte er sie zu beruhigen. "Ich tue dir nichts. Ich bin vom HERRN gesandt. Du hast bei IHM Gnade gefunden und du wirst ein Kind empfangen, genauer gesagt: einen Sohn. Du sollst ihn Jesus nennen. Er wird groß werden und die Menschen retten, der Rest ist eine Überraschung. Und er wird in Ewigkeit herrschen."
Sie runzelte die Stirn und fragte: "Wie soll das gehen? Ich bin nicht verheiratet, sondern erst verlobt."
Gabriel verdrehte innerlich die Augen. Wieso konnten die Menschen nicht einfach glauben, was man ihnen sagte?
Ein Seufzen unterdrückend antwortete er: " Der Heilige Geist wird über dich kommen. Dein Kind wird heilig sein und Gottes Sohn genannt werden. Sieh auch mal nach deiner Cousine Elisabeth, du wirst sehen, für Gott ist nichts unmöglich."
Damit verließ er sie. Wenigstens ist sie hübsch und bescheiden, dachte er.
Aber es ärgerte ihn, dass die Menschen immer wieder erschraken, wenn sie einen Engel sahen. Und dass die Menschen alles in Frage stellten und nicht einfach an SEINE Güte und Weisheit glauben konnten. Das war einfach unglaublich!
Seine dritte Aufgabe war die einfachste. Er wartete, bis der Mann mit Namen Josef schlief und schlich sich dann in seine Träume.
Als er sicher war, dass Josef ihn hören konnte und sich auch an den Traum erinnern würde sprach er: "Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind, das sie trägt ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären. Du sollst ihn Jesus nennen. Er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen."
Josef, der darüber nachgedacht hatte, sich von Maria zu trennen, nahm sie zu sich und freute sich mit ihr auf das Kind. Gabriel machte sich zufrieden auf den Rückweg.
Kaum war er wieder zu Hause, wurde er wieder zum HERRN gerufen.
"HAST DU ALLE AUFGABE ERFÜLLT?"
Gabriel wusste genau, dass ER die Antwort auf seine Frage sehr wohl kannte, denn ER weiß alles, aber er wusste auch, dass es sinnlos war IHN darauf hinzuweisen. (Schließlich wusste ER es ja!)
"Ja, HERR." Gabriel wollte gehen als er noch einmal zurückgerufen wurde.
"ICH HABE NOCH EINE AUFGABE FÜR DICH ..."
Gabriel unterdrückte ein Seufzen und fragt resigniert: "Was für eine Aufgabe?"
"WENN MARIA UND JOSEF IN BETHLEHEM SEIN WERDEN UND DAS KIND GEBOREN WIRD ..."
"Ja, HERR." Gabriel hatte bis dahin noch ein bisschen Zeit und deshalb beschloss er, sich einmal so richtig auszuruhen.
Als die Zeit gekommen war, vergewisserte er sich, dass das Kind auch dort war, wo es sein sollte und machte sich auf die Suche nach den Hirten. Und wieder fragte er sich, ob der Plan wirklich so gut war. Dann sagte er sich, dass er kein Recht hatte, darüber zu urteilen.
Als die Hirten ihn sahen, sprangen sie auf und wollten weglaufen, aber er sagte schnell: "Habt keine Angst, euch wird kein Leid geschehen. Ich soll euch eine große Freude verkünden. Heute ist in der Stadt Davids der Messias geboren, der Herr. Ihr werdet ein Kind in einem Stall finden, es liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe."
Plötzlich tauchten noch mehr Engel auf, die den Hirten Mut machten. Da machten sich die Hirten auf den Weg zur Krippe.
Gabriel suchte sich ein ruhiges Plätzchen, wo er seine Ruhe hatte und noch einmal über den Plan nachdenken konnte. Vielleicht ist er doch nicht so schlecht. Die Menschen können gerettet werden, wenn sie wollen.
Aber der Junge wird es nicht leicht haben. Seufzend schüttelte er den Kopf. ER musste wissen, was ER tat.
"DU WIRST SEHEN, ER WIRD SEINE AUFGABE AUF ERDEN ERFÜLLEN UND DIE MENSCHEN RETTEN." Unbemerkt war er hinter ER hinter Gabriel aufgetaucht.




"Jetzt ist die Zeit"

Herzlich willkommen zur ersten Fensteröffnung. Eigentlich war dieser 1.12. schon seit vielen Monaten anderweitig reserviert gewesen, aber dann kam plötzlich letzte Woche Mittwoch die Absage. Das war natürlich dumm, so kurz vorher, wie sollte man da noch jemanden finden, der einspringt. Dann kam die Idee auf, wir machen es selber und das ist schön, wir als KFD, die wir alljährlich den Kalender anbieten und organisieren, haben das nämlich noch nie gemacht.. Also, „Jetzt war die Zeit“ ein Fenster zu machen und dies ist auch unser Thema.

Eigentlich ist die Adventszeit dafür da, sich einmal Zeit für sich selber zu nehmen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir als Kinder, um den Adventskranz gesessen haben. Meine Mutter erzählte uns Geschichten und wir haben gesungen. Es gab selbstgebackene Plätzchen und Kakao. Es war einfach schön und bleibt in Erinnerung.

Die Zeiger einer Uhr gehen unaufhaltsam weiter. Die Uhr misst unsere Zeit. Objektiv zeigt sie an, wann die Sekunde vorbei ist, die Minute, die Stunde. Die Zeiger bewegen sich weiter, unaufhaltsam. Alle haben sich darauf verständigt, die Uhr in gleicher Weise zu lesen und zu verstehen. Scheinbar ist klar, was die Stunde schlägt. Manche Stunden sind mit Arbeit und Verpflichtungen randvoll gefüllt. Manche Stunden, Minuten, Sekunden sind einfach erfüllt. Zeit fühlt sich verschieden an, sie ruft unterschiedliche Gefühle und Erinnerungen wach.
Sich Zeit nehmen – Zeit beobachten – gestohlene Zeit – sich Zeit stehlen – Der Zeit hinterherlaufen – Zeit verlieren – Zeit gewinnen – zeitlos glücklich sein

Nimm dir Zeit zum Arbeiten - es ist der Preis des Erfolges.
Nimm dir Zeit zum Denken - es ist die Quelle der Kraft.
Nimm dir Zeit zum Spielen - es ist das Geheimnis ewiger Jugend.
Nimm dir Zeit zum Lesen - es ist der Brunnen der Weisheit.
Nimm dir Zeit freundlich zu sein - es ist der Weg zum Glück.
Nimm dir Zeit zum Träumen - es bringt dich den Sternen näher.
Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden - es ist das Privileg der Götter.
Nimm dir Zeit dich umzuschauen - der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.
Nimm dir Zeit zum lachen - es ist die Musik der Seele.
Irisches Gebet

 

 


Begegnung im Advent - "Lebender Adventskalender"

Der Advent ist die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit. Viele Menschen nehmen sich dies für die Adventszeit vor. Aber der Alltag sieht anders aus. Deshalb gelingt es meist nicht. Der tägliche Stress nimmt uns immer wieder mit. Der „Lebende Adventskalender“ will uns helfen, für eine kurze Zeit inne zu halten. Kommen Sie an ein Fenster, lassen Sie sich in die Adventszeit verführen. Vielleicht gelingt es Ihnen nur einmal, vielleicht aber auch mehrmals. Der Weg zum Fenster in der kalten Abendluft kann schon abschaltend sein, die halbe Stunde am Fenster bereichernd.
Montag, 01.12.: 18 Uhr KFD Wenden/Möllmicke, Pfarrheim Wenden Hauptstr. 95a,
„Jetzt ist die Zeit“
Dienstag, 02.12.: 17.15 Uhr Lichtermesse, 18 Uhr Begegnung an der Turmtür
von St. Severinus Wenden „Die Aufgabe des Engel Gabriel“
Mittwoch, 03.12.: 18 Uhr Familie Wlasow, Wollensiepen 13, in Möllmicke “Stern“
Donnerstag, 04.12.: 18 Uhr Bürgerbus, Hauptstr. 75, vor dem Rathaus Wenden
„Die Geschichte vom kleinen Tannenbaum“
Freitag, 05.12.: 18 Uhr Messdiener Wenden, Hauptstr. 95a vor dem Pfarrheim in
Wenden „Der kleine Sternenengel und die Hoffnung "
Samstag, 06.12.2014 kein Fenster – 18 Uhr Sonntagvorabendmesse
Sonntag, 07.12.: 18 Uhr Hausgemeinschaft Uferstr. 44, Möllmicke
„Das perfekte Herz“
Montag, 08.12.: 18 Uhr Caritas-Station-Wenden, Hauptstr. 81, Wenden
„An einem Wintertag“
Dienstag, 09.12.: 18 Uhr Familienzentrum (Kindergarten) Möllmicke, Heinrich-Lübke
Str. 2, Möllmicke „Kerze“
Mittwoch, 10.12.: 18 Uhr DRK Wohlfahrtsarbeit, DRK - Haus, Schönauer Str. 12,
Wenden, „Heimatliche Sterne“
Donnerstag, 11.12.:18 Uhr KOT Wenden, Hauptstr. 95a, unterhalb des Pfarrheims
„Warum das schwarze Schaf in der Krippe blieb“
Freitag, 12.12.: 18 Uhr Lebenshilfe, Dingelstädter Str. 2 Wenden „Winterwunderwelt“
Samstag, 13.12.2014 kein Fenster – 18 Uhr Sonntagvorabendmesse
Sonntag, 14.12.: 18 Uhr Kommunionkinder v. Elben, Pfarrheim, St. Helenen Str.19,
Elben „Luzia, die Lichterkönigin"
Montag, 15.12.: 18 Uhr Caritaszentrum (St. Josefsheim) Wenden, Altenhoferstr. 1
Wenden „Es blüht eine Rose“
Dienstag, 16.12.: 18 Uhr Jugendtreff Schönau-Altenwenden, Jugendheim unterhalb
der St. Elisabeth Kirche, Schönau "Was heißt denn hier
'Fröhliche Weihnachten' ?".
Mittwoch, 17.12.: 18 Uhr Familie Krawitz, Schwalbenweg 13, Wenden
„Weihnachtsbeleuchtung“
Donnerstag, 18.12.: 18 Uhr Spielmannszug Wenden, Hauptstr. 95a, Wenden vor
dem Pfarrheim „Adventliche Klänge“
Freitag, 19.12.: 18 Uhr Jungsänger MGV 1859 Tobias Weingarten, Westerberg-
str. 40 Wenden „Gesang aus dem Tannenwald“
Samstag, 20.12.2014 kein Fenster – 18 Uhr Sonntagvorabendmesse
Sonntag, 21.12.: 18 Uhr Jugendfeuerwehr Wenden, Peter-Dassis-Ring, Wenden
„Das Eisblumenschloss“
Montag, 22.12.: 18 Uhr Pfarrhaus, Hauptstr. 95, Wenden
„Erwartung – Bald ist es soweit“
Dienstag, 23.12.: 18 Uhr Begegnung an der Turmtür von St. Severinus Wenden
„Das Lied des Hirten“
Mittwoch, 24.12. Besuchen Sie heute einmal die Krippe in der Kirche

 

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